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Die ersten Repliken sind da

© Foto: Johann Mueller
Bärbel Kloppstech / 20.01.2011, 07:42 Uhr
Lebus (In House) Zehn der geplanten 16 Nachbildungen des 2003 in Lebus gefundenen Bronzeschatzes zeigt der Heimatverein ab nächste Woche im Haus Lebuser Land. Gestern wurden die in einer Potsdamer Werkstatt hergestellten Repliken geholt und im Museum in der Schulstraße in der Oderstadt ausgepackt.

Elke Frese hat sich weiße Handschuhe übergestreift. Behutsam wickelt sie Beil für Beil aus der gefütterten Folie und legt jedes der etwa zehn Zentimeter großen Metallstücke vorsichtig auf die Unterlage des Tisches. Gespannt blicken die extra gekommenen Vereinsmitglieder auf „ihren Bronzeschatz“.

Sehr aufgeregt sei sie gewesen, als sie das Paket in Wünsdorf, im Landesamt für Denkmalpflege, abgeholt habe. Der Restaurator habe die Nachbildungen und die Originale mitgebracht, dadurch konnte man beides vergleichen. „Laien, wie wir, sehen keinen Unterschied“, ist die Lebuserin vom Vorstand des Heimatvereins noch immer überrascht. „Die Kopie ist lediglich leichter.“

Die Gäste des Neujahrsempfangs des Lebuser Heimatvereins am Freitag werden die ersten sein, die die Repliken des Lebuser Bronzeschatzes in der Vitrine betrachten können. Präsentiert werden unter anderem ein Baltisches Beil, zwei Lausitzer Beile, ein Oberständisches Lappenbeil mit und ohne Öse, ein Beil mit Tüllenbauch und andere originale Nachbildungen des Bronzehortes. Die Auswahl aus den insgesamt 101 Beilen, die alle verschieden sind, nahm nach Wertigkeit und Bedeutung der Landesarchäologe und ehemalige Lebuser Prof. Dr. Franz Schopper vor. Auch bei der Ausschreibung und Auswahl der Restaurationswerkstätten half das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum. Stephan Brather vom Referat Restaurierung habe dem Verein für das Projekt begleitend zur Seite gestanden, sagt Astrid Gericke, die Geschäftsführerin des Heimatvereins. Hergestellt wurden die zehn Repliken in der Potsdamer Werkstatt für Restaurierung und Konservierung von Kunst und Kulturobjekten durch den Restaurator Helmut Franke. „Unser Ziel, 16 Teile des Schatzes nachbilden zu lassen, haben wir noch nicht ganz erreicht. Deshalb hoffen wir weiter auf Spenden für die letzten sechs Repliken“, sagt Astrid Gericke. „Nur dank der vieler Spenden war es uns möglich, die ersten repräsentativen Nachbildungen anfertigen zu lassen, die wir nun ab nächste Woche im Museum für die Öffentlichkeit präsentieren können“, betont Astrid Gericke und bekennt: „Es ist ein ehrgeiziges Vorhaben, das nur gemeinsam mit vielen Helfern und Sponsoren verwirklicht werden kann.“

Spenden unter dem Kennwort „Bronzeschatz“, Konto-Nr. 3000184820, BLZ 17054040, Sparkasse MOL

Mit 23 Kilogramm Gewicht ist der Lebuser Bronzehort bisher der größte Depotfund in Brandenburg aus der Spätbronzezeit (ca. 900 bis 800 v. Chr.). Er besteht aus 101 Beilen mit Kupfer- und Zinnlegierungen, zwei Ringen, einem Schwertfragment und dem Reststück eines Gusses.

Der komplette Lebuser Fund aus dem Jahr 2003 ist im Archäologischen Landesmuseum im Pauli-Kloster in Brandenburg zu sehen.

Das Anlegen von Depots gehörte zu den Besonderheiten der Spätbronzezeit. Der konkrete Anlass zur Niederlegung des Lebuser Bronzehortes ist noch nicht geklärt. Es könnte sich um ein Materialdepot, Dotation an eine Gottheit oder eine Notvergrabung handeln – so bisher die unterschiedlichen Deutungen. Die Mehrzahl der Wissenschaftler bringt Bronzedepots mit den religiösen Auffassungen aus jener Zeit in Verbindung.

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