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Freihändig zielend im Galopp

Freihändig: Turnier-Ausrichter Christian Prestin, Europameister im berittenen Bogenschießen, machte auf Ben auf dem Reiterhof Fritzfelde bei Heinersdorf eine gute Figur und gewann am Ende sogar die Gesamtwertung aus den verschiedenen Kategorien.
Freihändig: Turnier-Ausrichter Christian Prestin, Europameister im berittenen Bogenschießen, machte auf Ben auf dem Reiterhof Fritzfelde bei Heinersdorf eine gute Figur und gewann am Ende sogar die Gesamtwertung aus den verschiedenen Kategorien. © Foto: Cornelia Link
Cornelia Link / 27.04.2011, 07:24 Uhr - Aktualisiert 27.04.2011, 07:50
Heinersdorf (In House) Auf dem Reiterhof Fritzfelde bei Heinersdorf starteten am Wochenende 30 Teilnehmer aus aller Welt beim 3. Internationalen offenen Turnier im berittenen Bogenschießen. In verschiedenen Kategorien ging es um Punkte und Pokale. Am Ende gewann Turnier-Ausrichter Christian Prestin sogar die Gesamtwertung.

Viele Dschingis Khans tummelten sich auf der Wiese hinter dem Reiterhof von Karfreitag bis Oster-Sonntag. Zum 3. Mal lud Christian Prestin (Müncheberg), Europameister im berittenen Bogenschießen, mithilfe der Müncheberger Sunbow Ranch und unterstützt von der Bogensport-Abteilung des Kreissportbundes MOL zum Turnier – und 30 Profis sowie Amateure von vier Kontinenten kamen. 19 Reiter waren aus Deutschland dabei, gefolgt von Startern aus der Schweiz, Mongolei, Kenia und sogar Brasilien. „Wichtig ist hier auf dem angemieteten Reiterhof wieder zu zeigen, wie vielseitig berittenes Bogenschießen ist, denn zu Urzeiten stand das Wild ja auch nicht still, um sich abschießen zu lassen“, so der Müncheberger. Die Jahrtausende alte Tradition (Wurzeln in der Mongolei) fände in der Neuzeit immer mehr begeisterte Anhänger, die freihändig im Galopp die alte Jagdvariante nachempfinden. Dabei wird statt auf Tiere nun mit Karbon-Pfeilen und Holz-Kunststoff-Bogen auf Zielscheiben geschossen, um Punkte zu sammeln.

Karfreitag ging es im ungarischen Stil los. Dabei mussten Pferd und Reiter drei versetzt gestellte Scheiben treffen, um ihr Können in Nähe und Ferne zu beweisen. Ausschließlich beim Turnier angeboten wurde der Parcours – um die zehn Scheiben zu treffen, mussten die Reiter auf dem Sandplatz wendig sein.

Am Sonnabend folgte der Wettkampf im koreanischen Stil – auf 90 Metern im geraden Galopp galt es, schnell zu sein, dabei bis zu fünf Scheiben mit seitlicher Schusstechnik zu treffen. Ein Unikat beim Turnier war zudem die laufende Scheibe – die Christian Prestin mit langem Stahlseil selbst gebaut hatte. „Die ist angelegt an die frühere Büffeljagd“, erklärte er. Schnelligkeit war auch am Sonntag Trumpf beim indianischen Wettkampf. Dafür ging es auswärts durch den Wald, um Scheiben zwischen Bäumen in unterschiedlicher Höhe zu treffen. Abschließend traten beim Best of Best-Wettkampf die bis dato fünf erfolgreichsten Profis und Amateure gegeneinander an.

Alle Tage war Andrea Seidel dabei. „Es sind immer wieder tolle Momente auf dem Pferd“, begründete die Sächsin aus der Nähe Dresdens ihr Hobby. Das freihändige Galoppieren mache ihr keine Angst, auch mit Wind und Sonne komme man gut klar. „Man reitet über das Gewicht, lenkt mit den Beinen und konzentriert sich auf die Scheibe, schießt eher intuitiv“, so die Deutsche Meisterin im koreanischen Stil. Begeistert vom Turnier war auch Roger Ittig (42), der mit Sohn Janusch (17) antrat. „Bisher lief es so lala“, so der Schweizer aus dem Wallis am Sonnabend. Beate und Rainer Hohenadler (Oberbayern) starteten derweil das zweite Mal auf geliehenen Pferden. „Bislang sind wir sehr zufrieden“, bekannten sie.

Am Ende holte sich Ausrichter Christian Prestin dank vieler Einzelerfolge den Sieg in der Gesamtwertung. „Wir sind sehr zufrieden, alles lief unfallfrei über die drei Tage. Es waren 600 bis 800 Zuschauer hier, auch der Familien-Sonnabend mit Losbude, Hüpfburg, Trickreiten und Indianershow kam gut an“, sagte Prestins Lebensgefährtin Daja Ziefuß auf Nachfrage.

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