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Knorkator-Chef eröffnet Altenhofer Liedersommer

Keyboarder, Knorkator-Chef, Erfinder der Playbacklesungen: In Altenhof zeigt Alf Ator aber Bilder und präsentiert das Liedermacherkonzert.
Keyboarder, Knorkator-Chef, Erfinder der Playbacklesungen: In Altenhof zeigt Alf Ator aber Bilder und präsentiert das Liedermacherkonzert. © Foto: MOZ
Ellen Werner / 19.08.2011, 07:56 Uhr - Aktualisiert 25.08.2011, 17:46
Altenhof (MOZ) Zuletzt machte er doch wieder mit Knorkator von sich reden. Nach drei Jahren wollte die Rockband „aufhören aufzuhören“. Davor erfand Alf Ator (45) das Genre der Playbacklesungen und -improvisationstheater. Im Interview mit Ellen Werner spricht er über weitere Schaffensphasen.

Sie sind heute und morgen in Altenhof. Diesmal als Maler und Moderator. Wie kam es dazu?

Maler war ich eigentlich schon immer. Lange bevor ich das erste Instrument in die Hand nahm. Als Musiker war ich halt erfolgreicher. Ich komme aus einem sehr künstlerischen Haushalt. Mein Vater war Bildhauer, meine Mutter Musiklehrerin. Ich konnte mich sowohl an Instrumenten als auch an allen möglichen Farben bedienen.

Sie haben mal gesagt, Sie sind Musiker geworden, weil Sie gesehen haben, was bei Popstars abgeht. Ist es in der Malerei immer noch so etwas wie die Hoffnung auf Mädels, die Bikinis auf die Bühne werfen?

Das wäre ja nun wirklich weit hergeholt. Wenn wir uns in der Musik schon darüber beschweren, dass das Publikum alte Männer sind ... Na gut, in Ausstellungen gibt’s auch sehr viele alte Frauen. Aber wenn man Musik macht und erfolgreich ist, kommt man schon auf Festivals mit einer gut durchmischten Volksmasse. Da ist das Ausmaß an Zielmaterial doch weitaus größer.

Das heißt, die Leute, die Ihre Bilder kaufen, sind gar keine Knorkator-Fans?

Nee, eigentlich nicht. Es gab auch schon welche, aber das waren Leute, die ich persönlich kannte.

Ihre Ölgemälde zeigen Figuren, die aussehen wie filigrane und extrem gelenkige Spidermans. Sie haben Namen wie Knerf oder Linf. Woher kommen diese Schöpfungen?

Das ist keine tiefe, psychologische Knacksgeschichte. Es sind klare geometrische Gebilde, die mir schön erscheinen. Im einfachsten Falle wären das Linien. Bei mir haben die einen ?menschlichen Körper. Anders als mit den Songs will ich damit eigentlich nichts sagen. Es geht mir nur darum, Angeberbilder zu ?machen.

Wäre es ohne die Knorkatorpause dazu gekommen?

Während der Pause ist kein einziges Bild entstanden. Da habe ich andere Sachen gemacht. So zu malen, habe ich 2004 wieder angefangen. Die meisten Bilder sind auch schon verkauft. Im Moment male ich auch nicht so intensiv, weil ich mit meiner Band unterwegs bin.

Mitte September erscheint Euer neues Album „Es werde Nicht“. Dann geht es auch gleich auf Deutschlandtour. Startet die ein bisschen schon in Altenhof?

Nee, das würde ich nicht sagen. Die Tour geht wirklich mit der Band los. Ich moderiere und ich bringe ein paar Bilder mit.

Worauf freuen Sie sich im Liedersommer?

Da gibt es einiges. Ich freue mich darauf, Sonny wiederzusehen, den kambodschanischen Cellisten. Dem haben wir für einen Gastauftritt auch schon mal unsere Sachen angezogen und ihn auf die Bühne gestellt. Und auf Organisator Schubi natürlich, der war jahrelang unser Manager.

Wie ist denn das Album, ist was anders als früher?

Es ist ein tolles Album geworden! Uns rauchten die Köpfe. Ich hatte aber bis zum Schluss Schiss, dass das Ganze in die Hose geht. Als wir beschlossen haben, dass wir wieder was zusammen machen könnten, hatte ich gerade mal zwei, drei Ideen greifbar. Es wurde dann auch alles ganz katastrophal. Wir haben viel zu spät angefangen, ins Studio zu gehen. Trotzdem ist das Album extrem ausgewogen. Und man versteht jedes Wort – was bei uns nicht unbedingt immer so war!

 

Freitag: 19 Uhr Ausstellungseröffnung im Bootshaus „Am Breten“, Malerei von und mit Alf Ator; ab 20.30 Uhr Weltmusik mit Bayon-Cellist Sonny Thet und der gebürtigen Tibeterin Soname Yanchen – sie trat mit Björk und anderen internationalen Pop-Künstlern auf. Die als „Stimme Tibets“ gefeierte Sängerin lebt in London, Berlin, manchmal auch in Altenhof. Danach Liedersession mit Christian Haase

 

Samstag: Alf Ator von Knorkator präsentiert ab 20 Uhr das Liedermacherkonzert. Carmen Orlet & Hugo Dietrich haben Liedermappen von Holländer bis Gundermann, von Elssner bis Brecht durchstöbert. Christian Haase & Band ist ein guter alter Bekannter des Liedersommers. Hauptact: Dirk Zöllner & Co.

 

Eintritt: Freitag 10 Euro, Sonnabend 12 Euro, beide Tage 20 Euro (erm. 6, 8 bzw. 11 Euro), Tel. 033363 4262

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