Eine neue Brücke macht nur Sinn, wenn es auf der anderen Seite Wege und Straßen gibt, die zu einem Ziel hinführen. Diese Konstellation ist der Ausgangspunkt für das Abstimmen grenzüberschreitender Aktivitäten. Wie können touristische Potenziale zwischen West- und Ostoder, dem sogenannten Zwischenoderland, entwickelt werden? Dieser Frage gehen Bürgermeister und Tourismusfachleute am kommenden Dienstag auf einem Workshop in der Gartzer Amtsverwaltung nach.
Seit Jahrhunderten sind die Gemeinden, die an das Zwischenoderland grenzen, auf das Engste miteinander verbunden. Diese Verbundenheit hat ihren Ursprung zum einen in der gemeinsamen wirtschaftlichen Nutzung dieses Gebietes und zum anderen in der ständigen Auseinandersetzung mit den hier wirkenden Naturgewalten. Hochwasser und Eisgang bestimmen seit altersher den Jahresverlauf der hier lebenden Menschen.
Durch den Wegfall der wirtschaftlichen Nutzung seit über 60 Jahren hat sich ein einzigartiger Naturraum entwickelt. Seltene Tier- und Pflanzenarten haben dort ein Refugium gefunden. Das Interesse, diesen Naturraum erkunden zu können, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Deshalb hat die Stadt Gartz großes Interesse daran, das Zwischenoderland für naturinteressierte Touristen zu öffnen. Im günstigsten Fall entstünde eine Brücke für Fußgänger und Radler über den Fluss. Gespräche mit der Fachhochschule Eberswalde sind dazu bereits gelaufen.
Der Workshop in Gartz führt deutsche und polnische Partner zusammen, damit sie ihre Ideen zur Nutzung des Zwischenoderlandes zusammentragen. Amtsdirektor Frank Gotzmann erläutert: "Wir wollen eine Bestandsaufnahme der touristischen Infrastruktur vornehmen und ihre Lücken ergänzen. Ein gemeinsames Marketingkonzept soll Möglichkeiten schaffen, die vielfältigen Potenziale des Zwischenoderlandes zum beiderseitigen Vorteil zu nutzen."