Erinnerungen an den Höhepunkt des Jahres 2019 wurden Samstangnachmittag in Passow wachgerufen. Bei einer Feier im deutsch-polnischen Begegungszentrum bedankte sich Bürgermeister Silvio Moritz bei allen Einwohnern und Unterstützern, die dazu beitrugen, das 16. Brandenburger Dorf- und Erntefest über die Bühne zu bringen. "Besonders danken wir Ulrich Grambauer und der AHV Passow für die finanzielle, persönliche und materielle Unterstützung. Sie haben die Parkplätze sowie Strohballen zur Dekoration für Privatgrundstücke zur Verfügung gestellt", berichtete er.
Bereits ein Jahr zuvor hatte sich eine Vorbereitungsgruppe gebildet, die alle Arbeitsbereiche abdeckte. Die Kirche lud zum Eröffnungsgottendienst den künftigen Bischof ein, der dieser Tage sein Amt antrat. Rainer Pilgermann hatte als Cheforganisator des großen Ernteumzuges alles im Griff. Auf zwei Bühnen liefen den ganzen Tag über Programme, bei dem auch die jüngsten Passower aus Kita und Grundschule und die "Fröschlein" von Bon Vital die Massen begeisterten. Der Reiterhof bot Vorführungen und eine tolle Ostsee-Quadrille. Bei der Antenne-Schlagerparty und Disko wurde bis nachts um 2 Uhr ohne große Zwischenfälle gefeiert.
Wieder einmal übertroffen hatte sich die Dorfbewohner. Mit 180 Dekorationen war nahezu jedes Grundstück für das Fest geschmückt. "Das ist sensationell", meinte Silvio Moritz, der vor allem den Wendemarkern für ihre Deko-Ideen und den fleißigen Wimpelketten-Näherinnen aus Passow dankte. Das Ereignis habe auch die Dorfgemeinschaft noch stärker zusammengeführt. Viele trugen extra angefertigte T-Shirts, die davon zeugten, dass die Leute dahinter stehen.
150 Stände sorgten mit dafür dass den rund 25 000 Gästen etwas geboten wurde, sie sich wohlfühlten, und das bei 950 Einwohnern. Die Feuerwehrleute aus Passow, Gramzow und Briest, die sich um die Parkplatzeinweisungen kümmerten, werden noch für ihren Einsatz belohnt, indem sie jeden dritten Euro der Einnahmen behalten dürfen.
Anerkennung von Land und Kreis
In einem Dankesbrief hat Landrätin Karina Dörk Passow beglückwünscht, ein solches Fest auf die Beine gestellt zu haben. Auch das Landwirtschaftsministerium, Pro agro, der Bauernverband und die Landfrauen hatten sich dem Lob angeschlossen. Finanziell hat Passow für das Landeserntefest mehr ausgegeben als eingenommen. "Wir mussten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen treffen und mehr Stromkabel verlegen als geplant. Aus Sicherheitsgründen haben wir auf den Eintritt von fünf Euro für die Abendveranstaltung verzichtet", informierte der Bürgermeister. Jetzt müsse man Kanäle auftun, um die Fehlbestände auszugleichen. Mitnehmen will Passow aber den Schwung des Erntefestes. Dazu lud auch der Gemeindevertreter Norman Baas alle Anwesenden ein. "Wir haben eine Ideenwand, bei der man Vorschläge aufschreiben kann. Wir werden sehen, was sich umsetzten lässt."
Den Staffelstab des Landeserntefestes, auf dem jetzt auch Passow verewigt ist, hatte Silvio Moritz am Sonnabend mit dabei. Dem Nachfolger Passows konnte er am 7. September noch nicht übergeben werden, weil er noch nicht feststand. Das wird im Januar bei der Grünen Woche in Berlin nachgeholt.
Nach Bilder- und Filmvorträgen vom Fest schwelgten die Passower bei Bier, Sekt, Wein, alkoholfreien Getränken, Bratwurst vom Grill und Fischhäppchen noch weiter in Erinnerungen.