Zichow. Wieder gibt es neue Interessenten für das leer stehende Schloss Zichow. Die Gemeinde versucht seit Monaten, einen Investor für das sanierungsbedürftige Areal samt Technikhof zu begeistern. Nach einer neuen Ausschreibung meldeten sich jetzt drei Bewerber.
Ob einer von ihnen infrage kommt, muss die Gemeindevertretung entscheiden. Zichow ist zwar bereit, das riesige Schloss mit allem Zubehör für wenig Geld zu veräußern, will es aber "in gute Hände geben", so Bürgermeister Martin Röthke. "Dass wir nicht viel dafür bekommen, ist uns schon bewusst, aber es muss auf jeden Fall erhalten und saniert werden."
Die jüngste Ausschreibung veröffentlichte das Amt Gramzow Anfang November. Zum Verkauf steht demnach nicht nur das leere Schloss. Die Gemeinde veräußert dazu 5,3 Hektar Fläche, einen historischen Turm, das ehemalige alte Verwaltergebäude, ein aus DDR-Tagen stammendes Verwaltungshaus und vier Lager- und Werkstattgebäude des früheren Kreisbetriebs für Landtechnik. Der angrenzende Park befindet sich immer noch im Eigentum der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG), die ihn aber ebenso verkaufen möchte.
Einer der Interessenten, ein Geschäftsmann aus Süddeutschland, hält schon seit längerer Zeit an der Immobilie fest. Im Gespräch ist ein Hotel in den historischen Mauern. Doch auch ein medizinisches Rehabilitationszentrum kommt nach den Vorstellungen eines Arztes infrage. Die Vorstellungen eines weiteren Bewerbers über eine umfangreiche gewerbliche Nutzung sollen erst noch geklärt werden.
Ganz aus dem Rennen sind offenbar die Templer. Der Orden "Ordo Militiae Christi Templi Hierosolymitani" (OMCTH) hatte bereits öffentlich auf zwei Gemeindevertretersitzungen ein Nutzungskonzept vorgestellt. Die Rede war von einem Museum, einem Templer-Zentrum und einer gewerblichen Verwendung. Doch innerhalb der neuen Ausschreibungsfrist, die am 30. November beendet war, meldeten sich die Vertreter der Templer nicht mehr zu Wort. Sie hatten ihr Konzept an eine Mitnutzung der mittelalterlichen Kirche des Ortes gebunden.
Die Gemeinde will weder einen der Kandidaten drängen noch sich selbst. Bis Januar haben jetzt alle Bieter die Möglichkeit, ihre Konzepte zu präzisieren, Kostenvoranschläge zu machen und die Liegenschaft noch einmal gründlicher unter die Lupe zu nehmen. Mittelpunkt der Anlage ist das historische Schloss, in dessen Erhaltung die Gemeinde und der Landkreis sowie die Brandenburgische Schlösser GmbH bereits erhebliche Gelder gesteckt haben. Auch für das angrenzende, ebenfalls weitestgehend leer stehende Technikgelände musste die Gemeinde in den vergangenen Monaten rund 142 000 Euro zur Beseitigung von Altlasten aufbringen. Sie hatte die Immobilien einst von der Treuhand übernommen, dafür aber keine Altlastenfreistellung erhalten.