Die letzten Zweifler schauen verwundert auf das Baugeschehen überall in den Dörfern. Kleine Trupps und Installationsfirmen heben Kabelgräben aus, setzen Elektro-Anschlüsse und wuchten die neuen weißen Schaltschränke an die Stelle der alten. Nach jahrelangen Klagen über lahme Datennetze macht sich die Uckermark startklar für den Sprint auf der Datenautobahn. "Alle Arbeiten laufen planmäßig, wir sind gut unterwegs", sagt Georg von Wagner, Pressesprecher der Deutschen Telekom. Das Unternehmen hatte die Ausschreibung für den Breitbandausbau in den Landkreisen Uckermark und Barnim gewonnen. Bis 31. März soll alles fertig sein. Und zwar flächendeckend. Auch in den kleinsten Winkeln des dünn besiedelten Landstrichs.
"Mit dem schnellen Internet gehen wir dichter an die Kunden heran", beschreibt von Wagner die Strategie. Die bisher genutzten Knotenpunkte der Telefonanschlüsse werden überbaut, neue Standorte kommen hinzu. Notfalls müssen neue Kabel von entfernten Punkten über Land gezogen werden.
Der Ausbau befindet sich jetzt schon in Phase II. Nachdem die Planung und Wegesicherung mit den Tiefbauämtern der Kommunen, mit dem Landkreis und anderen Beteiligten abgeschlossen war, schickte die Telekom viele brandenburgische Firmen los, um die eigentlichen Installationen vorzunehmen. Der Aufwand wird größer, denn die neuen Schaltschränke benötigen einen Stromanschluss. Das war bisher nicht der Fall.
In Phase III beginnt die Inbetriebnahme des Netzes. "Es muss garantiert werden, dass sich von jedem Anschluss in der Uckermark eine Internetverbindung zum Beispiel nach Kalifornien aufbauen lässt", erklärt von Wagner. Jeder Anschluss wird einzeln getestet. Das kostet eine Menge Zeit.
Am Ende sollen davon die Nutzer profitieren. Ohne schnelles Internet könnten kleine wie große Unternehmen, Freiberufler, Verwaltungen und Selbstständige auf dem Lande nicht mehr arbeiten. Die Abhängigkeit von der Datenautobahn nimmt rasant zu. Bisher gab es überall weiße Flecken auf der Landkarte, obwohl die Uckermark im Vergleich mit anderen ländlichen Regionen noch relativ gut abschnitt.
In der Vergangenheit hatten Kommunen und Ämter mit Hilfe von Fördermitteln selbst die Initiative ergriffen, wenn sich kein ausbauwilliger Betreiber fand. Auf diese Weise konnten in einigen abgelegenen Teilen der Uckermark bereits neue Internetzugänge geschaffen werden. Aber meist nur punktuell.
Jetzt soll alles noch schneller werden. 50 Megabit ist das ehrgeizige Ziel. Doch dürfte das nur für die Anschlüsse gelten, die sich in einem Umkreis von etwa 1000 Metern von den Schnittstellen befinden. Wer weiter weg wohnt, bekommt dann noch 30 Megabit. Für die derzeitigen Nutzer klingt das immer noch wie das Paradies.
Sobald die Anschlüsse ans flinke Internet stehen, will die Telekom mit Informationsveranstaltungen und Mitteilungen über Land gehen.