In einem Gespräch mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde Oberhavel informierte sich der Oranienburger SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann am Donnerstag erneut über den aktuellen Stand der Suche nach einem neuen Standort für die Gemeinde. Dabei bekräftigte Lüttmann auch seine Unterstützung für die Übernahme des ehemaligen Polizeireviers an der Lehnitzstraße aus Landeseigentum.

Oranienburg plant dort keine Kita mehr

In der Stadtverordnetenversammlung am Montag hatte Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) schon zu verstehen gegeben, dass die Stadt auf ihr Vorkaufsrecht für die Liegenschaft verzichte. In der Stadtverwaltung hatte es vorübergehend auch Pläne gegeben, die Immobilie zu erwerben, um dort eine weitere innerstädtische Kita einzurichten. Sozialdezernentin Stefanie Rose (Linke) hatte dazu erklärt, dass Oranienburg den Standort nicht mehr für eine Kita benötige.

Beim Finanzminister für Jüdische Gemeinde stark gemacht

„Ich freue mich, dass sich nach einigen Jahren der Unsicherheit die Anzeichen für eine Lösung verdichten. Bereits in der vorigen Wahlperiode hatte ich mich gegenüber dem damaligen Finanzminister für eine Vergabe der Liegenschaft des ehemaligen Polizeireviers in der Lehnitzstraße an die Jüdische Gemeinde stark gemacht“, sagt Lüttmann. Dann schien in den letzten Monaten als Standortperspektive für die Jüdische Gemeinde auch ein Wiedereinzug in ihr vorheriges Domizil in der Sachsenhausener Straße, das sich inzwischen in städtischem Besitz befindet und saniert wird, ernsthaft wieder in Frage zu kommen.

Auch betreutes Wohnen wird möglich

Jetzt aber gebe es ganz offensichtlich keinen Konflikt mehr zwischen Jüdischer Gemeinde und der Stadt um das Grundstück. „Deshalb sollten nun auch keine Hindernisse mehr von Landesseite bestehen“, erwartet Lüttmann. Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle (SPD) habe sich bereits im Februar in einem Brief an das Finanzministerium dafür eingesetzt, die Jüdische Gemeinde in der Lehnitzstraße unterzubringen. Der Standort erlaube auch die „räumlich kombinierte Erfüllung vielfältiger Gemeindeaufgaben“, etwa die mögliche Schaffung eines betreuten jüdischen Wohnens.

Auflagen des Objektschutzes werden erfüllt

Nicht zuletzt erfülle die frühere Wache alle Auflagen des Objektschutzes, die seit dem Anschlag von Halle erhöht worden seien. „Ich hoffe deshalb, dass nun – nach einer mehr als dreijährige Hängepartie – endlich eine Vergabe des Objekts an die Jüdische Gemeinde erfolgt. Es ist wichtig und wertvoll, dass sich jüdisches Leben, gerade in unser historisch belasteten Stadt, voll entfalten kann“, so Lüttmann.