Nach der zwölften Klasse entschied sich Lena Grothe, nach Australien zu gehen, um dort zu arbeiten und die fremde Kultur kennenzulernen. "Für meine Reise habe ich mich im Voraus bei dem Work and Travel- Anbieter AIFS angemeldet", berichtet Lena und ergänzt: "Während meiner ersten Tage hatte ich dadurch eine gute Einführung und ich fühlte mich abgesichert, doch im Nachhinein bin ich der Meinung, dass man die Organisation auch selbst hinbekommen hätte."
Für ihre Vorbereitungen habe sie von der Organisation eine Liste bekommen, welche Sachen sie in Australien benötige. Darunter viel Outdoorkleidung, was sie im Endeffekt als irrsinnig empfand. "Ich habe mir einfach in Australien neue Kleidung zugelegt oder notfalls haben mir meine Eltern etwas nachgeschickt", erklärt die Eberswalderin.
"Anfänglich war ich etwas zwiegespalten", erzählt sie weiter. "Einerseits war ich aufgeregt, da ich nicht wusste, was im nächsten Ort auf mich zukommt. "Andererseits hatte ich die Einstellung: Wenn ich keinen Job finde, dann suche ich eben solange, bis ich einen finde!", sagt die Zwanzigjährige.
Begonnen hat sie ihre Reise in Sydney, der mit über 4,5 Millionen Einwohnern größten Stadt Australiens. Dort hat ihr eine Mitarbeiterin von AIFS vorgeschlagen, für die erste Zeit auf einer Farm in dem Ort Young zu arbeiten. Dies ließ sie sich nicht zweimal sagen. Für die Arbeit auf der Farm gab es Essen und Unterkunft. "Eine meiner Aufgaben war es, die Obstpflanzen zurechtzuschneiden, sodass die Früchte ertragsmäßig wachsen können", erzählt Lena.
Der Farmer habe am liebsten Deutsche ausgewählt, die er auf seinem Hof arbeiten ließ. "Dies hat er mit der deutschen Arbeitsmoral begründet. Er meinte, die Deutschen arbeiten einfach präziser", berichtet Lena. Sie arbeitete bei dem Mann jedenfalls in ihren ersten drei Monaten auf dem Kontinent gemeinsam mit zwei anderen Deutschen.
"Wir durften häufig mitfahren, wenn unser Farmer das ausgereifte Obst zum Verkauf wegfuhr", erinnert sie sich an diese Zeit. "Dadurch habe ich viel von der Landschaft und von Australiens Tierwelt gesehen", sagt Lena. "In der Zeit habe ich das typische Farmerleben gelebt. Ich habe mich fast schon so gefühlt wie bei der australischen Serie ,McLeods Töchter', die ich früher immer geschaut habe", fügt sie hinzu.
Weihnachten habe sie gemeinsam mit der Familie des Farmers gefeiert. Zu essen gab es viel Gemüse, darunter gebratene Rote Bete, Auflauf und Truthahn. Anschließend reiste Lena für fünf Wochen nach Brisbane. Dort hat sie in Hostels übernachtet und auch gearbeitet. "Gerade durch die Arbeit in den Hostels habe ich sehr viele nette Leute kennengelernt, mit denen ich auch immer etwas unternommen habe", resümiert die Zwanzigjährige. "So habe ich in Australien Menschen aus der ganzen Welt getroffen, über England, Schweden, Frankreich, Brasilien und viele mehr, zu denen ich auch heute noch Kontakt habe", freut sie sich.
Da stellt sich trotzdem die Frage: Wie organisiert man sich sein Leben im Ausland? "Ich habe wenig geplant, sondern eher spontan gelebt. Wenn ich tagsüber neue Kontakte geknüpft habe, habe ich abends etwas zusammen mit den Leuten unternommen. Ich habe lediglich durchgeplant, wie ich von A nach B komme, also Flüge gebucht oder bin mit dem Fernbus gefahren", beschreibt Lena ihre Planung.
Das war letztlich ihr Favorit unter den Fortbewegungsmitteln. "Am liebsten bin ich mit dem Fernbus von Stadt zu Stadt, über Nacht gereist. In dem Bus konnte ich schlafen. So habe ich mir immer eine Übernachtung in einem Hostel gespart und bin gleich morgens in der nächsten Stadt angekommen", offenbart sie.
Lena ist der Meinung, jede Stadt habe etwas für sich. Trotzdem gibt es Orte, an die sie sich besonders gern erinnert. "Melbournes Skyline ist in der Nacht wunderschön beleuchtet, Airlie Beach auf der Whitsunday Island ist ein idyllischer Ort, an dem ich hätte bleiben können mit weißen Stränden und leckeren Essen, dort habe ich auch eine Segeltour mitgemacht - sie war einfach ohne Worte!", erzählt sie. "Und Alice Springs ist wirklich ein Ort zum Verlieben, im wahrsten Sinne des Wortes", verrät Lena mit einem Augenzwinkern. Als unbeschreibliches Highlight berichtet sie von ihrem 20. Geburtstag. "Den habe ich auf Bali verbracht, bei einer Strandparty mit toller Musik und netten Leuten", erinnert sie sich.
Auf die Frage, ob sie alles noch einmal genauso in Australien machen würde, antwortet sie mit einem klaren Ja. Einen Tipp gibt sie zukünftigen Australienreisenden auch noch mit auf dem Weg. "Man sollte nie lange an einem Ort bleiben. Auch wenn es dort noch so schön ist, sollte man weiterreisen", empfiehlt Lena. Auch anfängliche Probleme kriege man beseitigt und man solle sich stets bewusst sein, dass nicht Australien, sondern jeder selbst für sein Glück zuständig sei. Australien ist eine Reise wert.