Elektro-Autos gibt es nicht in der riesengroßen Kreisverwaltung. Die Angestellten fahren mit konventionellen Dienstwagen umher. Es gibt keine Beteiligung an Bürgerwindkraftanlagen. Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen oder Solarkollektoren an Schulen, Verwaltungsgebäuden oder öffentlichen Einrichtungen sind eher die Ausnahme als die Regel.
Der Kreis Uckermark hat in den vergangenen Jahren vor allem in energetische Sanierungen investiert, hat Wärmedämmungen und Isolierfenster einbauen lassen, Energiesparlampen eingesetzt. Das kostet Millionen und senkt den Verbrauch. Doch eine Überprüfung aller Häuser und Schulen, der Fahrzeuge, des Nahverkehrs oder der gesamten Energieversorgung auf Klimafreundlichkeit hat es offenbar nicht gegeben. Jetzt will der Landkreis aufholen und schreibt die Stelle eines Klimaschutzmanagers aus. Gleichzeitig soll es ein erstes Klimaschutzkonzept geben. Die Idee stammt nicht etwa von der Grünen-Fraktion. Stattdessen beteiligt sich die Uckermark nun an einem bereits seit 2008 existierenden Förderprogramm des Bundes – der Kommunalrichtlinie. Immerhin bis zu 65 Prozent zahlt der Bund für den Manager und ein solches Konzept dazu. Was die Touristiker der Uckermark bereits zu Ruhm und Ehre geführt hat, soll nun auch im großen Stil in allen Dienststellen der Kreisverwaltung und nachgeordneten Einrichtung Einzug halten. Es geht um Klimaschutz in den eigenen Liegenschaften, um Verbrauch und Einsparung von Energie, um umweltfreundlichere Fahrzeuge, um moderne Anlagen mit weniger Kohlendioxid, um eine Überprüfung von Heizungen und Installationen sowie Beleuchtung.
Die Verwaltung hat erkannt: Schon mit wenigen Mitteln und ohne großen Finanzeinsatz lassen sich beim Stromverbrauch bis zu zehn Prozent mühelos einsparen. Bei Heizenergie und Warmwasserverbrauch sind gar bis zu 15 Prozent möglich. Wer richtig Geld in die Hand nimmt und dafür sogar Förderungen bekommt, kann bei Umbauten von Anlagentechnik und Gebäudehüllen den Stromverbrauch um bis zu 30 Prozent senken und Wärmeenergie gar bis 50 Prozent. Das wären am Ende auch enorme Betriebskosten, die jedes Jahr weniger anfallen.
Unterstützung der Kommunen
Doch der Kreis will auch eine Regulierungsfunktion übernehmen zum Beispiel beim öffentlichen Nahverkehr. Das Management soll künftig die Kommunen in der Uckermark unterstützen, um Klimaschutzprojekte und andere Umweltvorhaben umzusetzen. Wer die grüne Brille aufsetzt, steht noch nicht fest. Der Job wird in den nächsten Tagen öffentlich ausgeschrieben.