Etwa 120 Feuerwehrleute haben Bilanz über die Arbeit im Uckermärkischen Feuerwehrverband Angermünde gezogen. Den Verband gibt es seit 29 Jahren. Bei der Wahl des neuen Vorstandes wurde Lutz Timm als Vorsitzender wiedergewählt.
Im Verbandsgebiet gibt es943 Männer und 182 Frauen, deren Herz für die Feuerwehr schlägt. Das sind 1125 aktive Retter. Bei der Jugendfeuerwehr war 2018 ein Zuwachs von13 Mitgliedern auf 438 zu verzeichnen. Verbandsvorsitzender Lutz Timm schränkte seine Freude über diese Mitgliederzahlen aber ein: "Sie können eine dringend benötigte flächendeckende Tageseinsatzbereitschaft nicht gewährleisten."
747009
In seinem Rechenschaftsbericht bemängelte er unter anderem, dass moderne Dienstbekleidung nicht flächendeckend vorhanden ist. Ihm geht es darum, dass die Erstausstattung für alle Feuerwehrleute über das Land Brandenburg ermöglicht wird und nicht zu Lasten der örtlichen Träger des Brandschutzes geht. Er warb für eine Dialogveranstaltung im Landkreis.
Retten, bergen, löschen sind die Aufgaben der Feuerwehr. Als Verband leisten die Männer, Frauen und Jugendlichen aber noch viel mehr. Sie legten das Leistungsabzeichen in Gold, Silber und Bronze ab, führten Verbandswettkämpfe der Jugendfeuerwehren und Fahrsicherheitstrainings durch. Der Verband beteiligte sich am landesweiten Aktionstag "Rettungsgasse bilden" und war auf Volksfesten dabei. Mitglieder organisierten das 1. Brandenburger Treffen historischer Feuerwehrtechnik in Kunow mit. "Solche Veranstaltung sieht man nicht alle Tage in unserer Region", kam Lutz Timm ins Schwärmen.
Dem Uckermärkischen Feuerwehrverband Angermünde gehören Retter aus den Städten Schwedt und Angermünde sowie den Ämtern Gartz und Oder-Welse an. Lang war am Sonnabend die Gästeliste der Versammlung. Bürgermeister, Amtsdirektoren, LandrätinKarina Dörk sowie Mitglieder aus Kreistag, Landtag und Bundestag waren dabei. Sie lobten, Feuerwehren seien professionalisierte Gremien der Nachbarschaftshilfe. Karina Dörk wandte sich an die Feuerwehrleute: "Genau 451 Mal ertönte der Pieper – und ohne Rücksicht auf Arbeit, Familie, Freizeit oder Nachtruhe hieß es für Sie ausrücken zur Brandbekämpfung. Im Vergleich zu 2017 war das ein Anstieg um 100 Prozent! Hauptgründe waren die langanhaltende Trockenheit 2018. Außerdem war die Brandschutzeinheit des Landkreises bei der Bekämpfung des Waldbrandes im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Einsatz."
Der SPD-Landtagsabgeordnete Mike Bischoff machte da-rauf aufmerksam: "Im April soll im Landtag die Retterprämie beschlossen werden, die pro Jahr 200 Euro für jedes Feuerwehrmitglied vorsieht. Das ist kein Ausgleich für ihre Mühen, aber eine dauerhafte Anerkennung."
Lutz Timm wurde auf der Versammlung als Verbandsvorsitzender wiedergewählt. Er  dankte der Sparkasse Uckermark für ihre Unterstützung. Rund 13 000 Euro standen dem Verband 2018 für Förderprojekte zur Verfügung, darunter­­2 000 Euro für die Wehr Pinnow, die Wettkampfmaterial im Feuerwehrsport beschaffen konnte. Mit 9 700 Euro hat der Landkreis Förderprojekte der Jugendfeuerwehren unterstützt.
Viele Retter konnten mit Ehrenzeichen gewürdigt werden. Ein besonders emotionaler Moment war die Auszeichnung von Monika Kötz aus Altkünkendorf. Lutz Timm bezeichnete sie als Urgestein in der Feuerwehr. Sie erhielt unter stürmischem Beifall das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold.