Das Ringen um ein zeitgemäßes Feuerwehrhaus im Casekower Ortsteil Petershagen ist eine lange Geschichte. Sie soll in diesen Tagen zu einem guten Ende geführt werden. Schon zweimal haben die Petershagener auf den Bau eines Gerätehauses verzichtet. "Wir sind zugunsten von Mescherin und Wartin zurückgetreten, weil dort die Situation noch viel schwieriger war", blickt Wehrführer Peter Voß zurück.
Endlich aber kann das Amt Gartz den Neubau einer Gerätehalle bezahlen. Die Ausschreibung für das Vorhaben läuft gerade an. Wie Amtsbrandmeister Wolfgang Grösch informiert, soll im September mit den Bauarbeiten begonnen werden. Schon Mitte Oktober könnten die Feuerwehrleute Einzug feiern.
Sie selbst haben dafür in den zurückliegenden Wochen quasi den Grundstein gelegt und das alte Gebäude abgerissen. Das bisher genutzte kleine Gerätehaus stammte noch aus den Gründungszeiten der Freiwilligen Feuerwehr vor fast 80 Jahren.
Damals haben sich die Bauern aus dem Dorf zu einer Wehr zusammengeschlossen und Brände noch mit einer Pferdespritze gelöscht. Diese Löschtechnik hat auch in das Haus hineingepasst. Unter vielen Mühen wurde 1990 ein Anbau errichtet. Doch er ist längst nicht mehr zeitgemäß und entspricht zum Beispiel nicht den Anforderungen des Arbeitsschutzes. Ganz prekär wurde die Lage im vergangenen Jahr: Die Schwerpunktfeuerwehr Hohenselchow hatte für rund 160 000 Euro ein neues Löschfahrzeug erhalten und ihr altes Auto den Petershagenern geschenkt.
"Das ist zwar ein gebrauchtes Fahrzeug und es hat leider keinen Spreizer für das Befreien von Unfallopfern. Aber dann müssen eben die Kameraden aus Casekow helfen. Für uns ist das Auto ideal. Zehn Feuerwehrmänner passen rauf", erläutert Peter Voß.
Das größere Problem war, dass das neue, alte Fahrzeug nicht in das Feuerwehrgebäude passte. Im Dorf wurde eine Unterstellmöglichkeit gefunden, die jedoch zum heutigen Tag gekündigt wurde. "Wir brauchten eine Übergangslösung, bis die neue Fahrzeughalle fertig ist. Es ist nicht gut, so teure Technik im Freien stehen zu lassen", meint der Wehrführer.
Seine Suche in Petershagen hatte Erfolg. Die Firma Landsmann aus dem Nachbardorf Schönfeld stellte eine Behelfsunterkunft zur Verfügung. Seit Donnerstag steht das Feuerwehrauto dort. Landwirt Landsmann hatte auch den Radlader für die Abrissarbeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt.
16 freiwillige Feuerwehrleute packten ihre Muskelkraft zusammen, nahmen das Straßenpflaster auf sowie das Dach und die Tore des alten Gebäudes ab. Ein Bagger der Firma Jordan Container hat die Mauern eingerissen und den Schutt abtransportiert. Im Oktober steht hier die neue Fahrzeughalle. 2015 wird nebenan ein Schulungsraum samt Sanitärtrakt gebaut.