Der Winter hat an Schlössern, Kirchen, Burgen und Brücken seine Spuren hinterlassen: kaputte Dächer, abgeplatzte Fassadenfarbe, zerstörte Figuren und deformierte Straßen. "So viele Schäden mussten wir noch nie ausbessern", sagt Projektmanager Frank Lewitz von der gemeinnützigen GmbH Bildung, Umschulung, Soziales (BUS). Deshalb hatten die Mitarbeiter und Ein-Euro-Jobber in den fünf BUS-Werkstätten in den vergangenen Wochen besonders viel zu tun. Die Kunststoff-Materialien mussten herausgetrennt, abgeschliffen, neu verklebt und bemalt werden.
Jürgen Biernath ist praktisch der Dachdecker für das Rathaus Köpenick. Akribisch pinselte er Strich für Strich die Eindeckung. Schließlich sollen die Dachsteine der Miniatur genauso aussehen wie beim echten Backsteinbau. Auch an den Fenstern und Fassaden gab es einiges auszubessern. Aber Lewitz hat bereits versprochen: "Bis zur Saisoneröffnung steht der historische Nachbau wieder an seinem Platz im Park."
Das wird nicht bei allen Modellen so sein: Die Dorfkirche Marienfelde und das Kloster Heiligengrabe sollen beispielsweise erst im Laufe der Saison vor den Augen der Besucher wieder aufgestellt werden. Schilder an den leeren Stellen weisen darauf hin, was gerade mit dem Modell passiert.
Rund 30 000 Gäste haben sich im vergangenen Jahr den Weg durch die Miniatur-Welt erschlossen. Mit Wohlwollen nimmt Projektmanager Lewitz das steigende Interesse der jungen Generation zur Kenntnis. "Mehr als 200 Schulklassen ließen sich 2009 durch die Anlage führen", sagt er. Er ist stolz auf das bisher Erreichte. Das große Ziel, mit dem das BUS-Team einst begonnen hatte, Modelle im Maßstab 1:25 zu bauen, ist bereits erfüllt: Jeder der zwölf Berliner Bezirke erscheint mit einem oder mehreren Miniatur-Gebäuden im Park. "Jetzt wollen wir nach und nach auch die Brandenburger Landkreise auf unserer 3D-Landkarte vervollständigen", sagt Lewitz.
Zurzeit befinden sich unter anderem auch die russische Kolonie "Alexandrowka" und die Kindl-Bühne Wuhlheide im Bau. Nach Original-Bauzeichnungen fertigen die "Künstler" die rund sieben mal sechs Meter große Freiluft-Arena. Dafür werden von Hand 7000 Bänke zusammengesetzt und mehrere Tausend Zuschauer gegossen, bemalt und platziert. Zudem werden Pavillons und Toiletten dargestellt. Der Bühnen-Rohbau ist fast fertig. "Im Laufe der Saison bauen wir dieses Modell im Park auf", kündigt Frank Lewitz an. Der Clou wäre, wenn Musik aus der Modell-Bühne spielen würde. "Die Miniatur könnte somit auch akustisch für die ganz in der Nähe befindliche Original-Veranstaltungsstätte werben", sagt er. So ist das Modellpark-Konzept auch gedacht: Besucher sollen sich Anregungen für Ausflüge holen. Deshalb findet man an jeder Miniatur einen Aufsteller mit Informationen zu den Originalen.
Bis zum 31. Oktober ist der Modellpark nahe der Trabrennbahn Karlshorst täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Eintritt: Erwachsene zahlen vier, bis 18-Jährige zwei Euro. Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt. Info-Telefon: 030 47378420. Internet: www.modellparkberlin.d e