Fassungslos haben die Mitglieder der Bürgerinitiative "Keine neuen Windräder für Crussow" auf die Abweisung all ihrer Kritiken und Hinweise zur Erweiterung des Windfeldes Neukünkendorf reagiert. Seit Jahren kämpfen sie gegen die neuen großen Windmühlen, demonstrieren, protestieren, holen Stellungnahmen ein, befassen sich mit Planungsrecht und Vogelschutz. Dennoch soll das jetzt existierende Gebiet auf 256 Hektar und damit fast verfünffacht werden.
"Wir haben auf jeden Fall mit einer Reduzierung gerechnet", sagt Sprecher Rainer Ebeling. "Die von uns vorgelegten Belange sind von der Planungsstelle falsch abgewogen worden."
Auf 20 Seiten haben die Crussower insgesamt 22 kritische Hinweise in die öffentliche Diskussion um den neuen Windplan für Uckermark und Barnim eingebracht. Nach bisherigem Planungsstand sind sie offenbar nicht ausreichend, um die Ausweitung des Windfeldes Neukünkendorf zu verhindern. "Ich weiß nicht, ob das schon Frust ist gegen die Bürgerinitiative", so Ebeling. Denn soeben war der Planungsausschuss der Regionalversammlung Uckermark-Barnim dem Begehren vieler Bürger im Raum Wandlitz gefolgt und hatte die beabsichtigten Windräder aus dem heftig umstrittenen Liepnitzwald herausgenommen. Aus Wandlitz und Crussow gab es die stärkste Gegenwehr gegen die neuen Windfelder.
Genau 401 Unterschriften, einen 123-fachen Serienbrief und 26 unterschiedliche Stellungnahmen zum Neukünkendorfer Gebiet mussten die Planer bei der erneuten Auslegung des Windplans durchsehen. Es gab dabei auch Forderungen zur Erweiterung der Eignungsfläche. Wichtigste Argumente der Gegner: Gefahr für geschützte Vögel, zu wenig Akzeptanz der Strommühlen in der Bevölkerung, technogene Überprägung der Landschaft, Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und des zertifizierten Wanderweges, größere Abstände zur Wohnbebauung und Beeinträchtigung des Nationalparks Unteres Odertal.
Doch auch der Ultraleichtflugplatz Crussow hat Sorgen mit der geplanten Erweiterung. Nach Angaben des Betreibers sei die von der Deutschen Flugsicherung zugewiesene Platzrunde nicht mehr ausreichend, wenn die Strommühlen noch dichter heranrücken. Der Betreiber hat sich nun direkt an die Behörde gewandt, denn nur sie entscheidet über die Festlegung der Zonen.
Mit Spannung wird nun die Diskussion auf dem heutigen Planungsausschuss erwartet. Denn dessen Mitglieder geben der Regionalversammlung eine abschließende Empfehlung zum Umgang mit den Bürgerhinweisen. In der Regel folgt die Regionalversammlung Uckermark-Barnim diesen Vorgaben. "Wir hoffen, dass die Ausschussmitglieder das nicht mittragen", wünscht sich Rainer Ebeling von der Bürgerinitiative.
Der Planungsausschuss ist öffentlich und beginnt heute um 16 Uhr in der Mensa der Ehm Welk-Oberschule in Angermünde mit einer Bürgerfragestunde.