Die schlechte Nachricht zuerst: Grenzen überwinden kostet Geld. In diesem Fall 5,3 Millionen Euro. Die gute Nachricht: 85 Prozent dieser Summe werden von der Kommunalgemeinschaft Europaregion Pomerania bereitgestellt. Sie möchte grenzüberschreitende Verbindungen schaffen und mit einem 150 Kilometer langen Radweg Deutschland und Polen touristisch miteinander verknüpfen. Dazu werden Radwege vernetzt, verbreitert und begradigt. Ziel ist ein gemeinsamer Erlebnis- und Erholungsraum.
Zwölf Partnerstädte und -ämter sind an dem Projekt mit dem sperrigen Titel „Touristische Potenziale – Verbindende Infrastruktur“ beteiligt: Schwedt, Angermünde, Gartz, Brüssow und Oder-Welse in der Uckermark sowie sieben Gemeinden in Polen. „Bis 2013 soll der deutsch-polnische Radweg fertig sein“, sagt Cordula Schmidt von der Pomerania.
Während der erste Spatenstich im Nachbarland schon am 17. Mai im polnischen Banie erfolgte, steht dieser im Landkreis noch an. „Auf deutscher Seite geht es in Mark Landin am 17. Oktober los“, sagt Detlef Krause, Amtsdirektor von Oder-Welse. Bei Herrenhof wird auf einer Strecke von fast fünf Kilometern und einer Breite von drei Metern ein Radweg vollendet – auch erlaubt für Roß und Reiter, selbst für Traktoren. Ein weiteres Teilstück bei Herrenhof wird am 8. September eröffnet. „Da sind nur noch Restarbeiten zu erledigen. Dieser Ausbau gehört jedoch nicht zu dem Pomerania-Projekt“, sagt Schwedts Stadtplanerin Daniela Müller.
Dafür aber der Ausbau des Radweges im Schwedter Ortsteil Kummerow: Auf einer Länge von fast drei Kilometern sollen Lücken geschlossen werden, um umliegende Gemeinden miteinander zu verbinden. „Der Weg trägt den Arbeitstitel Kreuzweg. Das ist ein sehr schlechter Feldweg“, sagt Thomas Ziesche vom Schwedter Bauamt. Frühestens im Sommer 2012 können sich die Bewohner zwischen der L 272 und Kummerow und der Woltersdorfer Straße auf Bauarbeiten einstellen.
Auch in Angermünde wächst das Netz der touristischen Radwege, das mit Fördermitteln der Pomerania unterstützt wird. Gelder fließen demnächst in ein Teilstück der Kerkower Straße in Dobberzin. Die unbefestigte Strecke führt entlang des Mündesees und gehört zum Grützpott-Rundweg. „Dort liegt bisher nur aufgeschütteter Schotter. Der Weg wurde immer schon glattgehobelt“, sagt Ortsvorsteher Joachim Christian Kuck. Ein Asphaltausbau wird der Holperstrecke ein Ende setzen. „Das ist noch für dieses Jahr geplant“, sagt Kuck.
In Stolpe wird das länderübergreifende Mammut-Projekt in der Nähe des Bollwerkes mehr Parkplätze für Touristen schaffen.
Zwischen Klockow und Carmzow im Amt Brüssow entsteht ebenso ein Weg für Radfahrer.
Die Gemeinde Mescherin im Amt Gartz stellt künftig den Knotenpunkt zwischen Polen und Deutschland dar. Dort entsteht erstmalig ein Radweg über die Grenze hinweg. Hier werden gleichzeitig der Oder-Neiße-Radweg und der Radweg Grüne Oder verbunden.