Dass die Passower zu feiern verstehen, haben sie 2017 beim Kreiserntedankfest bewiesen. Am Montag stellten sie sich als Ausrichter des landesweiten Festes am 7. September auf der Grünen Woche vor und luden alle Besucher in ihr Dorf ein.
„Jetzt müssen wir – jetzt ist es offiziell“, meinte Silvio Moritz scherzhaft bei der Übergabe des Staffelstabes vom Amtsdirektor des Amtes Neuzelle an die Vertreter von Passow. Bei Moritz laufen die organisatorischen Fäden für das bislang größte Ereignis zusammen, das der Ort je erlebt hat. Mit rund 30 000 Besuchern werden in diesem Jahr in der uckermärkischen Gemeinde 10 000 mehr erwartet, als die Vorgänger 2018 hatten.
Bürgermeister Walter Henke und sein Stellvertreter Silvio Moritz berichteten ebenso wie der stellvertretende Uckermark-Landrat Bernd Brandenburg und Oder-Welse-Amtsdirektor Detlef Krause, wie sehr sich die Uckermärker über den Zuschlag für Passow freuen. Mit einem zweistündigen Programm stellten sich die künftigen Gastgeber dem Publikum in der Brandenburg-Halle der Grünen Woche vor.
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Und die war am Brandenburg-Tag besonders gut besucht. Hier hatten sich auch viele Uckermärker eingefunden, die mit Sonderbussen oder mit dem Pkw angereist waren und die mehr als 50 Akteure auf der Bühne lautstark unterstützten. Die Angermünder Musikanten spielten einige Titel, bei denen spontan getanzt wurde. „Bringen Sie diese Stimmung mit nach Passow“, forderte Bandchef Horst Fiebig auf.
Die ganze Bühne füllten die fast 40 Kinder der 4. und 5. Klassen der Cornelia-Funke-Grundschule mit ihrem fröhlichen Programm aus. Der elfjährige Steven Moritz, der die Kreismusikschule besucht, zeigte sein Können auf dem Keyboard. Und als bei der Playback-Show des Pflegedienstes „Bon vital“ die Stimmung auf dem Höhepunkt war, meinte ihr Chef Walter Henke ganz stolz: „Das sind meine Mädels und Jungen.“ Kerstin Sachtleben, die wunderbar Ute Freudenbergs „Jugendliebe“ imitiert hatte, lud nach dem Programm ein: „Wir haben noch viel mehr auf Lager. Kommt alle zum Fest!“
„Ihr seid schon eine irre Truppe“, meinten anerkennend die Moderatoren Claudia Heber und Alexander Dieck, die den Vertretern der Gemeinde und des Amtes zwischendurch viele Informationen über die ländliche Entwicklung ihrer Region, die Wirtschaft und die Festvorbereitungen entlockten.
Die amtierende Kreisernteprinzessin Johanna Mandelkow ermunterte junge Frauen, sich um ihre Nachfolge zu bewerben und informierte schon einmal, welche Voraussetzungen sie mitbringen müssen. Beim diesjährigen Doppelerntefest in Passow werden mit der Landeserntekönigin und der Kreisernteprinzessin gleich zwei Majestäten gekürt.
Für Amtsdirektor Detlef Krause war die Übergabe des Staffelstabes fürs Landeserntefest nicht die erste, denn 2006 war Pinnow bereits Gastgeber. „Wir sind als Amt auf dem Stab verewigt“, erzählte er. „Es ist eine große Ehre, das Fest zweimal ausrichten zu dürfen.“ Die Vorbereitungen nehmen jetzt richtig Fahrt auf, verriet er. Der Finanzplan ist aufgestellt und soll in der nächsten Gemeindevertretersitzung diskutiert werden.
Und für so viele zu erwartende Gäste müsse ein Sicherheitskonzept erarbeitet werden. „Schon jetzt kommen vermehrt Anfragen von Ausstellern, die zu beantworten sind“, berichtete er.