Kritischer sieht er das für andere Städte in der Uckermark. So kritisiert er, dass in Templin die Interessen der Mieter beim Erstellen des Mietspiegels nicht berücksichtigt würden und es in Angermünde erst gar keinen Mietspiegel gebe. Für die einzelnen Parteien in Schwedt hat er als Interessenvertreter dagegen lobende Worte übrig.
Ausreichend Wohnraum
Aber die Situation in der Oderstadt sei insgesamt auch entspannter als in anderen Teilen der Uckermark. In der Stadt habe sich in der Vergangenheit viel getan, um die Lebensqualität ihrer Bürger zu steigern: So gebe es ausreichend Wohnraum für Familien. Das sehe beispielsweise in der Kreisstadt Prenzlau ganz anders aus, sagt Schröder. Und das schlage sich sofort auf die Mietpreise nieder. Im Schnitt seien die Quadratmeterpreise in Prenzlau um einen Euro höher als in Schwedt.
"In der Oderstadt haben sich Vermieter und die Kommune mehr Gedanken gemacht", sagt er. Dazu zähle auch das Projekt, Plattenbauten abzureißen und mit anderem Zuschnitt neu zu errichten. In Templin und Prenzlau hätten die Investoren einen größeren Schwerpunkt auf betreutes Wohnen gelegt. Mit Blick auf den Zuzug vom Land in die Städte sei das zwar nicht verkehrt, aber wenn Arbeitskräfte in die Regionen "gelockt" werden sollen, müsse es auch günstigen Wohnraum für Familien geben.
An dieser Stelle sei in Schwedt gleich an unterschiedlichen Punkten gedacht worden, sagt Schröder. So seien für ein Viertel der Wohnungen auch Fahrstühle eingebaut worden – "was sich nicht zwingend auf den Preis niedergeschlagen hat". Da hätten die Vermieter eingesehen, dass sie nicht alle Kosten direkt auf die Mieter umlegen können.
Weil Wohnraum in der Stadt weiterhin und auch absehbar im Vergleich günstig bleibe, sei ein Mietendeckel kein Thema. "Für Prenzlau und Templin fordern wir das aber seit einiger Zeit", sagt Schröder. Besonders schwierig sei die Situation in Angermünde. "Da es dort überhaupt keinen Mietspiegel gibt, ist der Wohnungsmarkt für Mieter nicht sehr transparent." Nachteile ergäben sich aber auch für Vermieter. Die könnten Mieterhöhungen nicht so leicht durchsetzen.
Für Schwedt geht Schröder davon aus, dass die Kosten für Wohnraum in den kommenden Jahren steigen werden – allein schon, weil die Baukosten jedes Jahr weiter angestiegen sind. Mit Blick auf die künftige Entwicklung sei hier auch mit einem weiteren Bedarf an Wohnungen zu rechnen. Denn auch die Verbindungen nach Stettin spielten eine immer größere Rolle.
Angermünder Handlungsbedarf
Gleiches gelte umso mehr für Angermünde, das allein wegen der Bahnverbindung und des geplanten Ausbaus der Strecke Berlin – Stettin für Neubürger attraktiver werde. Deshalb sei dort künftig mit einem stärkeren Anstieg der Mieten zu rechnen. Gerade dies sei ein Grund, schleunigst einen Mietspiegel zu erstellen. "Ein solcher bringt auch sozialen Frieden mit sich", meint Schröder.