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Firma Ventotec will den Windpark Bliesdorf komplett erneuern und mit höheren Anlagen bestücken

Wenn jeder Höhenmeter zählt ...

Auslaufmodelle: Die jetzigen Windkraftanlagen in der Gemeinde Bliesdorf des Herstellers Vestas sollen gegen neuere Modelle ausgetauscht werden.
Auslaufmodelle: Die jetzigen Windkraftanlagen in der Gemeinde Bliesdorf des Herstellers Vestas sollen gegen neuere Modelle ausgetauscht werden. © Foto: MOZ/Nadja Voigt
Nadja Voigt / 07.03.2012, 05:40 Uhr
Metzdorf/Bliesdorf (MOZ) Die bestehenden 18 Windkraftanlagen in Bliesdorf sollen künftig gegen 17 brandneue ausgetauscht werden. Denn die Firma Ventotec möchte den Ertrag vergrößern - und damit auch die Höhe der Windräder. Geplant sind 140 Meter Narbenhöhe.

"Der Ertrag steigt mit der Windgeschwindigkeit. Jeder Meter Höhe ist wichtig dafür", informierte Andreas Zachej auf der Gemeindevertretersitzung der Gemeinde Bliesdorf in Metzdorf am Montag. Der Ingenieur und Projektentwickler zeigte gemeinsam mit seinem Kollegen, Betriebswirt Andreas Natusch, die Planungen des Unternehmens aus dem ostfriesischen Leer auf.

Die zur Zeit bestehenden 18 Windkraftanlagen sind im Jahr 2001 ans Netz gegangen. Nun sollen sie - im Rahmen des Neue Energien-Gesetzes der Bundesregierung - gegen leistungsfähigere Anlagen ausgetauscht werden. Und um den Ertrag zu erhöhen, plant das Unternehmen, die neuen Anlagen mit einer Narbenhöhe von 140 Metern zu errichten. Der Rotor hätte dann einen Radius von 56 Metern, rechnet Andreas Zachej vor. Mit den kapazitätsstärkeren Anlagen will sich Ventotec auf eine wirtschaftlich breitere Basis stellen, erläuterte Andreas Natusch die betriebswirtschaftliche Komponente. "Das bedeutet einen positiven Effekt für uns alle", sagte er den Gemeindenvertretern. "Denn damit erreichen wir eine gesicherte Ertragslage für die nächsten 20 Jahre." Darüber hinaus gebe es weiterhin eine Wertschöpfung vor Ort.

Angedacht ist, führte Andreas Zachej aus, die Nennleistung zum Teil zu verdoppeln. Dafür würden sechs der Anlagen gegen sechs neue ausgetauscht - sofern die Gemeindevertretung einer Erhöhung um 20 Meter auf 125 Meter zustimmt - und die zwölf anderen gegen eine V90-Anlage und zehn V112-Anlagen ersetzt. "Doch was passiert dann mit den alten", fragte Gemeindevertreter Andreas Matthews aus Katharinenhof. "Entweder die Anlagen werden komplett recycelt", so Andreas Zachej, "oder sie werden verkauft und nach einer Sanierung im Ausland weiter genutzt." Das sei die wahrscheinlichere Variante, sagt Zachej.

Aufgrund der Höhe müssten die V112-Anlagen dann in der Fläche neu ausgerichtet und positioniert werden. Dazu müssten alle Fundamente herausgenommen und neue im Boden und an anderer Stelle verankert werden. Auch müsste das Umspannwerk erweitert und zum allergrößten Teil neue Kabel verlegt werden. "Die Abstände zur Straße bleiben jedoch die gleichen", versicherte er. "Die Schallbelastung würde sich an einigen Stellen verbessern, auf jeden Fall aber insgesamt nicht verschlechtern.

"Aber wenn die Anlagen größer und höher werden, sind sie doch auch lauter", merkte Andreas Matthews an. "Nein, denn die Flügel sind optimiert und die Leistungssprünge zwischen den Anlagengenerationen sind enorm", erklärte Zachej. Außerdem gebe es die TA-Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm der Bundesregierung) als Richtlinie. Nach dieser Anleitung werden die Genehmigungen erteilt.

Eine weitere Frage, die die Gemeindevertreter beschäftigte, war die nach der Beleuchtung der Anlagen. Hierbei würde Ventotec ein System anstreben. Zudem läuft in Deutschland derzeit noch das Genehmigungsverfahren, erklärten die beiden Fachleute. Dabei handele es sich um eine Befeuerung, die nur anspringt, wenn sich Flugobjekte wie zum Beispiel ein Rettungshubschrauber nähern. "In Probeparks hat das zu Abschaltzeiten von 97 bis 98 Prozent geführt", sagte Andreas Zachej.

"Und wie sieht es mit den Fundamenten bei erhöhten Grundwasserpegeln aus", wollte Grietje van Casteren wissen. "Die werden auf jeden Fall berücksichtigt. Für jedes Fundament wird ein Bodengutachten erstellt", führte Andreas Zachej aus. Außerdem würden bei problematischen Böden auftriebssichere Fundamente verwendet.

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niebach 08.03.2012 - 12:26:02

das repowering erst 60m dann 140m dann 250m politiker das ist unsere

welt. die toscana des nordens jetzt bald nach den neuen beschlüßen, in eberswalde, ein industriestandort. sicher beleibt das nicht ohnen wirtschaftliche folgen. immobilien verluste in der nähe von windturbinen bis zu 80%, dauerlärm, ufoland ist abgebrannt.

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