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Gut gelaufen für Wuhden

Spalier mit Perlwein: Dorfälteste Gerda Tietz (92) testet das neue graue Betonsteinpflaster, während die Wuhdener und ihre Gäste die Gläser auf die sanierte Straße erheben, die ihnen das Bodenordnungsverfahren und die Gemeinde Poldelzig spendiert haben.
Spalier mit Perlwein: Dorfälteste Gerda Tietz (92) testet das neue graue Betonsteinpflaster, während die Wuhdener und ihre Gäste die Gläser auf die sanierte Straße erheben, die ihnen das Bodenordnungsverfahren und die Gemeinde Poldelzig spendiert haben. © Foto: Johann Müller
Marco Marschall / 27.08.2012, 07:30 Uhr
Wuhden (MOZ) Kaum bemerkt von den Augen der breiten Öffentlichkeit wurde im Ortsteil von Podelzig der "Wuhdener Anger" saniert. Am Sonnabend widmeten die stolzen Dorfbewohner daher ihr Sommerfest den neuen Steinen im Ort. Ganz nebenbei wurde Wuhden auch noch 760 Jahre alt.

Wo hatte man sie da hineingeredet? Als Dorfälteste sollte Gerda Tietz mit stolzen 92 Jahren eine der ersten sein, die einen Probespaziergang auf der neuen Straße wagt. Auf soviel Trubel wollte sie sich zunächst gar nicht einlassen, verriet sie der MOZ. Am Ende lächelte die Rentnerin dann aber doch glücklich, als sie durch die Reihen Dorfbewohner den frisch sanierten "Wuhdener Anger" testen durfte. Als sie 1952 in den Ort am Reitweiner Sporn zog, war an eine gepflasterte Straße noch nicht zu denken. Der Krieg hatte Wuhden komplett zerstört. Bis in die 80er Jahre zog sich ein sandiger Feldweg durchs Dorf. Bei Regen sei dieser nur schwer befahrbar gewesen. Dann wurde der Weg mit Hochofenschlacke aus Eisenhüttenstadt befestigt, erinnerte der Vorsitzende des Heimatvereins Hermann Kaiser die Gäste am Sonnabend.

Die waren zu einer inoffiziellen Eröffnung des Pflasters zusammengekommen. Die bautechnische Teilabnahme des "Wuhdener Angers" sowie die Freigabe für den Verkehr erfolgt erst heute. Trotzdem wollten sich die Wuhdener schon einmal bei der zuständigen Baufirma und allen Beteiligten bedanken. "Vorher hatten wir vor der Haustür Loch an Loch", sagt Rosemarie Johnsdorf, die seit 1993 in Wuhden lebt.

Dass sie und ihre Nachbarn nun über das 390 Meter lange und drei Meter breite Betonsteinpflaster fahren können, verdanken sie vor allem dem Bodenordnungsverfahren, das vor neun Jahren angeordnet wurde. "Ein positiver Nebeneffekt der Flurneuordnung waren die Mittel für den Wegebau in den Ortslagen", sagt Vorsitzender des Verfahrens Jürgen Bensch. So konnten über 75Prozent der Nettokosten für den Straßenbau gefördert werden. 157 000 Euro kostete der neue "Wuhdener Anger" insgesamt. 57 000 Euro zahlte die Gemeinde Podelzig, zu der Wuhden gehört. "Ich weiß, dass die Wuhdener ihre Straße pflegen", sagte Podelzigs Bürgermeister Alfred Nowak der MOZ. Daher sei das Geld gut angelegt. Ab Juni wurde gebaut. Hermann Kaiser lobte in seiner Ansprache die zügige Arbeit und wies auf einen weiteren baulichen Erfolg im Dorf hin. So sei auf dem Wuhdener Friedhof innerhalb von 14 Tagen ein neuer Weg entstanden.

Anlass zum Feiern hätte allerdings auch ein kleines Jubiläum gegeben. Podelzigs Gemeindevertreterin Karin Schwander gratulierte den verdutzten Wuhdenern zum 760 Bestehen des Dorfes. Dass die 750-Jahrfeier bereits zehn Jahre zurückliegt, schien den meisten Anwesenden in diesem Moment gar nicht bewusst.

Gefeiert wurden mit dem Wuhdener Heimatlied, das Hartmut Mierke vom Heimatverein für sein Dorf verfasst hat. "Ein Dörfchen klein und schön gelegen, wir wollen es erhalten und immer gut pflegen", heißt es darin. Diese Willensbekundung können die Bewohner nun wieder unter Beweis stellen.

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