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Scharfe Kurven aus Altthymen

Vorsicht, alt und wertvoll: Das historische Schwert ist etwa 3 000 Jahre alt.
Vorsicht, alt und wertvoll: Das historische Schwert ist etwa 3 000 Jahre alt. © Foto: privat
Thomas Pilz / 04.09.2012, 20:33 Uhr
Altthymen (MZV) Völlig unklar ist, wie einst das prähistorische Schwert von Altthymen nach Mecklenburg gelangte. Klarheit herrscht für den Altthymener Ortsvorsteher Manfred Saborowski aber darüber, dass er das seltene Stück so bald wie möglich zurückholen möchte – nach Preußen.

Da spielt es keine Rolle, dass Fürstenberg, dessen Ortsteil das jahrhundertelang preußische Altthymen ist, zu Mecklenburg gehörte, als das Schwert 1850 durch Zufall in einem Moor entdeckt wurde, räumt Saborowski schmunzelnd ein. Ein würdiger Ausstellungsort wäre dennoch das Brandenburger Forstmuseum.

Verworrene Zuständigkeiten, verwirrende Geschichte: Nachdem die uralte Waffe das Tageslicht der Neuzeit erblickte, begann ihre Odyssee durch die Museen, weiß der Ortsvorsteher zu berichten. Ende des Zweiten Weltkrieges war das Relikt zwar verloren gegangen. Doch niemand rechnete mit Saborowskis Hartnäckigkeit. Er begann im Internet zu buddeln und wurde dank der Hilfe brandenburgischer Archäologen fündig: Schloss Wiligrad in Lübstorf bei Schwerin ist der derzeitige Aufenthaltsort des vermissten Altthymener Schwertes.

Dort holte es der mecklenburgische Landesarchäologe, Dr. Detlef Jantzen, extra für Saborowski aus dem Depot – denn es dient ausschließlich der Forschung und wird normalerweise nicht ausgestellt. Erstaunliches erfuhr der Ortsvorsteher aus erster Hand: Das Schwert stammt aus der Spätbronzezeit, Periode V, wie Jantzen berichtete. Diese Zeit umfasst den Zeitraum 800 bis 950 vor Christus. Somit dürfte das Schwert von Altthymen mindestens 2800 bis 2950 Jahre alt sein – laut Jantzen eher älter, also so um die 3000Jahre.

Bestätigung fand indes die Mutmaßung, dass es sich bei dem Fund um ein sogenanntes Nierenknaufschwert handelt, benannt nach seinem nierenförmigen Abschluss am Griffende. Laut Jantzen wurde damals zwischen Kampf- und sogenanntem Schmuckschwert unterschieden. „Aufgrund von Einkerbungen dürfte es sich bei dem Schwert von Altthymen um ein Kampfschwert handeln, jedoch auch mit repräsentativem Charakter“, erläuterte Saborowski.

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