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Von Franzi werden wir noch was hören

Mein Freistil-Jugendredaktion / 24.09.2012, 14:50 Uhr
Brandenburg an der Havel (In House) - Ihre eigentliche Kochkarriere steckt noch fast in den Kinderschuhen. Bei Wettbewerben hingegen ist Franziska schon ein Crack. Schon während ihrer dreijährigen Ausbildung zur Köchin am OSZ Flakowski hat sie in verschiedenen Kochwettbewerben gebrutzelt, was geht. Jetzt hat sie die Pfannen wieder rausgeholt.

Vor einer Woche ist Franziska beim Chef’s Irish Beef Club Award bei der Chefsache 2012 in Köln angetreten. Mehrere Monate hat sie an ihrem Menü experimentiert. Herausgekommen ist schließlich: „Zweimal B“ - Bauch und Brust mit Weißkohl, Kürbis, Apfel und Milch.

Was erst einmal ganz einfach klingt, hat der 22-Jährigen einen Platz in einem Wettbewerb beschert, bei dem insgesamt nur drei Köche aus 500 Bewerbern antreten durften - ihre Konkurrenten sind beide Küchenchefs in renommierten Häusern.

Franziskas Erfolgsrezept: Ein Teil ihres Menüs wird eigentlich maximal in der Wurstindustrie verarbeitet, sie kochte neben Rinderbrust mit einem Stück vom Rinderbauch und überzeugte. Vor 1500 Sterneköchen zauberte sie innerhalb von zwei Stunden ein Menü, dass die Jury - ebenfalls alles Sterneköche - mit Platz zwei prämierte.

Damit verwies sie nicht nur einen Küchenchef auf Platz drei, sondern kochte auch unter erschwerten Bedingungen. Wegen mehrerer erkrankter Kollegen im Betrieb hatte sie nicht ein einziges Mal die Gelegenheit ihr Gericht mit allem drum und dran auf einem Teller zu üben. In Köln musste dann alles auf Anhieb klappen.

Noch ein kranker Kollege hinderte sie schließlich auch daran, ihre Sachen am Vortag des Wettbewerbs zu packen, das musste ihr Chef für sie übernehmen. Auch mit den einzelnen Zutaten lief es nicht reibungslos. Die Importeure schafften es einfach nicht, einen irischen Rinderbauch zu beschaffen, den lieferte in letzter Minute die Fleischerinnung Berlin, die beinahe ebenso exotische irische Rinderbrust beschaffte Chef Michael Hummel über Umwege und über Nacht per UPS.

All das konnte Franziska nicht schocken. Ihre Einschätzung deshalb auch: „Der Rest war sehr human“. „Kniffelig“, so sagt sie, „war das Anrichten. Als die Teller fertig waren bemerkte ich, dass drei Komponenten fehlten.“ Die reichte sie schnell nach, der Teller ging komplett angerichtet an die Jury. Dass es nicht sogar Gold geworden ist, könnte durchaus einfach daran gelegen haben, dass wegen der vergessenen Teile die Temperatur insgesamt nicht ganz gestimmt hat.

Franziskas Platz lässt aber vermuten, dass ihr Aufstieg gerade erst begonnen hat.

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