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Blasdorfer beschweren sich über Haltungsbedingungen / Rindergebrüll und schlecht gesicherte Weidezäune

Umgang mit toter Kuh sorgt für Gesprächsstoff

Jörg Kühl / 01.05.2013, 19:11 Uhr
Blasdorf (MOZ) In Blasdorf sorgt eine Rinderherde derzeit für Gesprächsstoff. Anwohner hatten sich beklagt, dass der Halter einer etwa 50 Tiere großen Rinderherde den Kadaver einer verendeten Kuh auf der Traktorgabel durch das Dorf gefahren und zwei Tage lang unter freiem Himmel liegen gelassen hatte.

Der Pinnower Landwirt Meinhard S. stellt jedoch klar, es habe sich um den Transport einer lebenden Kuh gehandelt, die nach dem Kalben nicht mehr aufstehen konnte. Die tote Kuh, die Dorfbewohner aufgespürt und fotografiert haben, habe er zuvor per Anhänger auf einem Waldweg zum Stall gebracht und bis zu ihrer Entsorgung dort abgelegt.

Am Dienstag beschwerte sich Heike Richter aus Blasdorf im Namen mehrerer Dorfbewohner in einer E-Mail, die Medienvertretern und der Umweltorganisation Greenpeace zugestellt wurde und die Fotos des Kadavers enthielt, über die ihrer Meinung nach unhaltbaren Zustände in der Rinderhaltung des Bauern. Die Dorfbewohnerin schildert, die Tiere würden in den Abendstunden vor Hunger laut brüllen, weil sie auf einer zu kleinen Weide gehalten würden.

Laut Ortsvorsteher Joachim Rinza ist das Brüllen nur im Sommer ein Problem: "Meiner Meinung nach setzt der Landwirt den Weidezaun zu selten um, sodass die Rinder im Juli, August zu wenig Grünes finden." Außerdem stünden die Weidezäune oft nicht unter Strom, sodass die Rinder auf der Suche nach frischem Gras ausbüxten. Ähnlich schildert es die E-Mail-Autorin: "Die Tiere laufen im Dorf herum und fressen die Pflanzen der Anwohner, weil auf dem Weidezaun oftmals kein Strom fließt und sie vor lauter Hunger von der Weide ausbrechen."

Der Ortsvorsteher beklagt zudem, dass der Landwirt mit seinen Fahrzeugen die Dorfstraße verunreinige und die Entwässerungsgräben zu schlecht abkoppele. Die Folge sei, dass die Rinder die Böschungen der Gräben zertrampeln. Er habe deshalb im vergangenen Jahr eine Beschwerde beim Ordnungsamt des Amtes Lieberose/Oberspreewald eingereicht. Die Leiterin des Ordnungsamtes, Kerstin Chilla, sagte, der Landwirt habe nach einem Gespräch die Koppeln in einen ordnungsgemäßen Zustand versetzt. Von dem Vorfall mit der toten Kuh habe das Ordnungsamt aus der Presse erfahren, sagt die Amtsleiterin. "Wir haben umgehend das Veterinäramt Dahme-Spreewald kontaktiert."

Wie eine Mitarbeiterin des Veterinäramtes am Dienstag mitteilte, wird eine Tierärztin der Behörde heute in Blasdorf eine Kontrolle durchführen.

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Erwin Euter 02.05.2013 - 20:55:09

Muuuhhh!

Also Mädels, ich sage nur: "Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich's Wetter oder es bleibt wie's ist".

Der kleine Tierfreund 02.05.2013 - 19:38:11

Kommentar eines Blasdorfers

Dieser ganze "erbitterte" Streit in Blasdorf ist einfach lächerlich. Ich habe in den mittlerweile 42 Jahren meines Lebens gelernt, dass man fast alle Probleme damit lösen kann, aufeinander zuzugehen und miteinander zivilisiert zu reden. Leider gibt es aber verbitterte Mitbürger die nichts anderes zu tun haben, als sich auf dem Land über Kuhgebrüll und ein bisschen Kuhmist auf der Dorfstrasse aufzuregen, na ja wenn man meint keine anderen Probleme zu haben, dann muss man das eben tun. Für mich ist es ein Zeichen das es den Leuten anscheinend zu gut geht, wenn man sich auf Maschendrahtzaun - Niveau herabbegibt und so viel Energie zu vergeuden, als sich über wirklich bestehende Missstände aufzuregen, wenn man sich schon unbedingt aufregen will. Ich glaub der beste Rat für Menschen die auch auf dem Lande eine sterile Umgebung haben möchten, wäre einfach in die Stadt zu ziehen. Wie gesagt, einfach lächerlich. Vielleicht sollten wir uns alle nicht so wichtig nehmen.

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