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Klein Kreutzer Dorfkirche mit neuen Fenstern

Philip Rißling / 01.07.2013, 10:28 Uhr
Klein Kreutz (MZV) "Die Beseitigung der Notverglasung aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist so gut wie abgeschlossen", jubilierte Dompfarrer André Wiethölter begeistert. Der Grund seiner Euphorie: Zehn der insgesamt zwölf Fenster in der Dorfkirche zu Klein Kreutz erstrahlen seit Kurzem in bunten, modernen Farben. Gestaltet wurden sie vom Künstler Günter Grohs aus Wernigerode.

Was lange währt, wird endlich gut. Selten passte diese alte Volksweisheit besser als in Bezug auf die Erneuerung dieser Kirchenfenster. Vor fast genau 20 Jahren, am 30. März 1993 nämlich, wurde durch den Gemeindekirchenrat der Beschluss gefasst, die alte DDR-Notverglasung durch Buntglasfenster zu ersetzen. Die Baubeauftragung erfolgte im Sommer 1996, und trotzdem dauerte es noch mehr als eineinhalb Jahrzehnte, bis die schicken neuen Fenster das 145 Jahre alte Gotteshaus schmücken konnten.

Dies hing auch mit der Finanzierung zusammen, kostete jede der aufwendig gestalteten und von der Glashütte Schneemelcher aus Quedlinburg hergestellten Fenster doch 5000 Euro. Gestemmt wurde das Geld von der Kirchengemeinde Klein Kreutz-Saaringen. Der Aufwand habe sich jedoch gelohnt, wie André Wiethölter in seiner Festrede anlässlich der feierlichen Einweihung der neuen Blickfänge berichtete: "Die neuen Fenster erhellen die Schönheit des Raumes." Von außen seien sie unscheinbar, doch erst nach Betreten der Kirche "kann man das Schöne erleben."

In den allermeisten Kirchen seien Bibelszenen in den Fenstern zu sehen. Dies hatte im Mittelalter vorrangig pragmatische Gründe: "Es hing mit dem Analphabetismus zusammen. Die Kirchenfenster waren somit eine Art Bibel für die Menschen, die des Lesens nicht mächtig waren. Bilder versteht ein jeder zu deuten."

Wiethölters Freude über die "in sich geschlossene Konzeption künstlerischer Gestaltung" war unübersehbar: "Diese Buntglasfenster sind gewiss ein Alleinstellungsmerkmal. Wo gibt es eine Dorfkirche, die komplett mit einer künstlerisch-zeitgenössischen Fenstergestaltung versehen ist?"

Gewiss, in Klein Kreutz gibt es sie nun. Nichtsdestotrotz fehlen noch zwei Fenster zur Vollendung des künstlerischen Werkes.

Die benötigten Gelder dafür sollen, so die Hoffnung Hans-Christian Fauth in seiner Position des Gemeindekirchenratsvorsitzenden, auch durch Spenden zusammen kommen. Dann, da sind sich alle Beteiligten einig, hat die Klein Kreutzer Dorfkirche ihr kleines Alleinstellungsmerkmal tatsächlich erreicht.

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