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Berliner packen Malerutensilien aus

Neuer Anstrich für Buswartehäuschen

Das Wartehäuschen an der Bushaltestelle Alter Bahnhof im Wriezener Ortsteil Beauregard
Das Wartehäuschen an der Bushaltestelle Alter Bahnhof im Wriezener Ortsteil Beauregard © Foto: Sören Tetzlaff
Christina Schmidt / 22.10.2013, 07:55 Uhr
Beauregard (MOZ) Die Familie Schneider, die im Wriezener Ortsteil Beauregard ein Wochenendhäuschen besitzt, hat dem Buswartehäuschen in unmittelbarer Nähe ihres Grundstücks einen neuen Anstrich beschert. Zwei junger Berliner schwangen sich an Malerpinsel und Farbeimer, um das Ehepaar, inzwischen 77 und 81 Jahre alt, zu entlasten. Nun erstrahlt das Häuschen an der Busstation "Alter Bahnhof" wieder wie neu.

Dass sich die Berliner für die Renovierung ausgerechnet den Tag der deutschen Einheit ausgesucht hatten, sei zwar Zufall, berichtet Freya-Hilde Schneider. Es könne aber auch als Symbol verstanden werden, dass sich die in den Dörfern nicht immer besonders herzlich aufgenommenen Berliner einbringen wollen, um die von ihnen ausgewählten Orte attraktiver zu gestalten oder auf Entwicklungspotenziale hinzuweisen. Da klingt es fast trotzig, wenn Freya-Hilde Schneider sagt: "Ja, man kann auch im hohen Alter noch an der Gestaltung unseres Landstrichs mitgestalten. Man muss es nur wollen."

Die Buswartehäuschen im Oderbruch, eben nicht nur das vor der eigenen Wochenendhaustür, haben es den Schneiders angetan. "Zwischen Graffitischmierereien und zum Teil erheblich zerstörten Häuschen erkennt man häufig noch die alten Baustile", weiß die Berliner Rentnerin. Sie bedauert es, wenn die Häuschen verwahrlost vor sich hin gammeln, da vom Zustand der Häuser auch auf die Wertigkeit seitens der Bürger geschlossen werden kann. Dabei gebe es durchaus bemerkenswerte Bushäuschen, wie etwa das im Fachwerkstil an der Haltestelle vor der Gaststätte "Zum alten Fritz" in Altlewin. Dort würde sich zeigen, dass die Menschen sich für ihren Ort einsetzen und für sie das Gemeinwohl nicht an der Grundstücksgrenze endet.

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