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Urlaubsdomizile im unteren Odertal blicken auf gute Sommersaison zurück / Gäste lieben Familienanschluss

Sterne für die Ferienwohnung

© Foto: Stefan Csevi
Eva-Martina Weyer / 13.11.2013, 22:00 Uhr
Friedrichsthal (MOZ) Von Januar bis Juni 2013 haben in der Uckermark 124 900 Gäste Urlaub gemacht. Das sind etwas mehr als in den ersten sechs Monaten von 2012. Tourismusbetriebe im Amt Gartz blicken auf eine gute Sommersaison zurück und freuen sich vor allem über Stammkunden.

Ein ungeschriebenes Gesetz im Gastgewerbe heißt: Lage, Lage, Lage. Die haben die kleinen Betriebe im unteren Odertal allemal. Natur und Ruhe liegen direkt vor der Pensionstür. Die Betriebe punkten aber auch mit Familienanschluss und tierischem Vergnügen. So zum Beispiel bei Heidrun Dietrich, die in Friedrichsthal mehrere Ferienwohnungen betreibt. Sie schätzt ein: "Der Sommer ist sehr gut gelaufen."

Manche Stammgäste haben bei ihr schon zum fünften Mal übernachtet. Mit einigen ist sie per Du. "Die sind schon fast in die Familie integriert und wollen ein immer neues Programm, das mehr bietet als einfache Radtouren."

Das Familiäre geht bei ihr inzwischen so weit, dass ein Gast aus Spanien für alle gekocht hat und wieder andere Gäste den Umzugswagen für das Tabakblütenfest in Vierraden nicht nur aufgemöbelt haben, sondern auch im Festumzug mitgelaufen sind. Ungekrönter König auf ihrem Hof ist Schafbock Otto. Gästekinder lieben ihn und wollen lieber nach Friedrichsthal statt an die Ostsee, wie deren Eltern erzählen.

Gästebücher geben reichlich Aufschluss, was die Urlauber an der Region besonders schätzen. Erwin Tewes aus Itzehoe zum Beispiel hat schon zum 20. Mal eine Reisegruppe in die Gartzer Pension Zum Mühlenteich geführt. Es sei die Freundlichkeit der Gastgeber und der gute Ausgangspunkt für Reisen nach Polen, schrieb er ins Gästebuch der Pension.

Die Pension war schon von Januar bis Mai komplett ausgelastet wegen der Montagearbeiter vom IMO Merseburg, die bei der PCK-Abstellung tätig waren. "Dann kam ein sehr guter Sommer mit sehr gutem Eisverkauf", erzählt Inhaber Sven Müller. Trotzdem sei der Zuspruch der Fahrradtouristen nicht ganz so gut gewesen wie im vergangenen Jahr. Sven Müller vermutet, das habe am Elbehochwasser gelegen. Es müsse so manche Radler auf dem Oder-Neiße-Radweg abgeschreckt haben, die im Süden starten wollten. Nicht beirren ließen sich hingegen Radler, die am letzten Oktoberwochenende bei Nieselregen Zuflucht in der Pension Zum Mühlenteich gesucht haben. Im Gästebuch steht nun: "Wir kommen gern wieder."

Nach Angaben des Umweltministeriums in Potsdam kamen im vergangenen Jahr ungefähr 30 000 Besucher in Brandenburgs einzigen Nationalpark. Hotels, Pensionen und Ferienhausanbieter profitieren inzwischen vom guten Ruf des Nationalparks und seiner speziellen Angebote. Bei Sven Müller waren während der Kranichwoche Anfang Oktober alle Zimmer ausgebucht.

Rainer Hanke von der Salveymühle Geesow musste jedoch feststellen: "Wir hatten einen ungewöhnlich schwachen Oktober." Gleichwohl kann auch er seit Jahren so manche Gäste als gute Bekannte, ja sogar als Freunde begrüßen.

Fahrradtouristen sind inzwischen nicht mehr sein Hauptklientel. Das habe sich verlagert auf Familien aus Berlin und dem Umland der Hauptstadt. Rainer Hanke hat seine Pension vergrößert und zwei neue Ferienwohnungen gebaut, die in diesem Jahr klassifiziert wurden.

Die Anforderungen sind enorm. Hanke musste einen umfangreichen Fragebogen des Deutschen Tourismusverbandes ausfüllen. Dann kam ein Prüfer und hat sich die zwei Wohnungen angeschaut. Jetzt trägt die große Ferienwohnung fünf Sterne und die kleine vier.

Wenn die Pensionsinhaber jetzt auch etwas ruhiger treten, die Nachsaison ist immer auch Zeit für Bauarbeiten. An der Salveymühle von Rainer Hanke hat ein Steinmetz gerade neue Stufen für die Eingangstreppe zur Pension gelegt. Über Winter will Hanke Nacharbeiten in Ferienwohnungen durchführen.

Sven Müller steckt in den Vorbereitungsarbeiten für eine feste Terrassenüberdachung. Bevor die neue Fahrradsaison los geht, soll alles schick sein. Außerdem will er den Zaun ausbessern. Aber dazu muss erst die Kastanienallee saniert werden.

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