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Einbettung auf Wuhdens Bergfriedhof

Einbettung: Albrecht Laue (r.) und Guido Lewandowski vom Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa betten die Särge mit den Gebeinen von drei bei Klessin gefallenen deutschen Soldaten in die Grabkassette auf der erweiterten Kriegsgräberstätte auf dem Wuh
Einbettung: Albrecht Laue (r.) und Guido Lewandowski vom Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa betten die Särge mit den Gebeinen von drei bei Klessin gefallenen deutschen Soldaten in die Grabkassette auf der erweiterten Kriegsgräberstätte auf dem Wuh © Foto: Johann Müller
Ines Rath / 17.11.2013, 07:51 Uhr
Wuhden (MOZ) Drei am Ende des Zweiten Weltkrieges bei Klessin gefallene deutsche Soldaten, die die Mitglieder des Vereins zur Bergung Gefallener Osteuropas (VBGO) Anfang Oktober gefunden hatten, sind am Freitag feierlich auf der erweiterten Kriegsgräberstätte in Wuhden beigesetzt worden.

Die würdevolle Ruhe über der Anlage wird von einer Formation Zugvögel unterbrochen. Der Podelziger Turmbläser Olaf Gäbel spielt "Ich hatt' einen Kameraden", bevor der Lebuser Amtsdirektor Heiko Friedemann die recht zahlreich erschienenen Teilnehmer der kleinen Einbettungsfeier begrüßt. Der Zweite Weltkrieg habe sich hier, an der Oderbruchkante bei Klessin und Wuhden, "noch einmal von seiner brutalsten Seite gezeigt", sagt Friedemann. Er dankt den VBGO-Mitgliedern, die entscheidend dazu beitrügen, dass die Gefallenen eine würdige Ruhestätte finden. Und den Mitgliedern des Wuhdener Heimatvereins für ihr Engagement für der Kriegsgräberstätte.

Der Verein hat vor acht Jahren die Pflege des kommunalen Friedhofs am Wuhdener Waldrand übernommen. Und er hat im vorigen Jahr angeregt, die künftig in der Gemeinde Podelzig, zu der Klessin und Wuhden gehören, gefundenen toten deutschen Soldaten in Wuhden statt auf dem zentralen Zubettungsfriedhof in Lietzen beizusetzen. Die Gemeindevertreter, der Landkreis und das Innenministerium stimmten zu.

Dafür musste die Kriegsgräberstätte aber erweitert werden. Das ist jetzt mit Mitteln des Landkreises geschehen. Dort, wo bisher 14 deutsche Kriegstote bestattet waren, ist nun Platz für etwa 100 Gefallene. Wege wurden gepflastert, Grünflächen gestaltet, Kassettengrabstellen angelegt.

In eine davon haben VBGO-Vorsitzender Albrecht Laue und sein Vereinsfreund Guido Lewandowski am Freitag die drei Anfang Oktober bei Klessin geborgenen toten deutschen Soldaten eingebettet. Bislang sind sie noch namenlos. Aber für einen von ihnen besteht Hoffnung, ihn zu identifizieren. "Bei ihm sind eine Erkennungsmarke und ein Ehering gefunden worden. Die Schrift ist allerdings nicht ohne Weiteres zu lesen. Die Deutsche Dienststelle hat die Identifizierung übernommen", berichtet Volksbund-Umbetter Joachim Kozlowski. Er ist gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Volksbund-Landesverbandes, Oliver Breithaupt, nach Wuhden gekommen. Der Einbettungsplan für die Anlage wird die Zuordnung zum extra gekennzeichneten Sarg ermöglichen.

Podelzigs Vize-Bürgermeister Reinhard Tietz, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Wuhdener Heimatvereins ist, erinnert an das Frühjahr 1945, als in Podelzig "kein Stein mehr auf dem andern blieb" und die Toten wie gesät herum lagen. Sein Vereinsfreund, der Historiker Klaus Vetter, betont: Durch die Aufnahme der einst eilig verscharrten Toten auf die Wuhdener Kriegsgräberstätte werde diese "noch mehr ein Ort der Mahnung, Erinnerung und des Nachdenkens". Und der Podelziger Pfarrer Gottfried Hemmerling bittet im Gebet: "Gott hilf uns, Gerechtigkeit und Frieden zu bewahren". Ende September waren die Gebeine von 37 bei Klessin gefallenen Sowjetsoldaten in Reitwein beigesetzt worden.

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