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Erster Heide-Rastplatz fertig

Lothar Lankow vor dem Pavillon.
Lothar Lankow vor dem Pavillon. © Foto: Christian Schönberg/MZV
Christian Schönberg / 15.05.2014, 22:48 Uhr
Neuglienicke (MZV) Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin, das einstige Bombodrom endgültig als Anziehungspunkt für Natur-, Heide- und Ausflugsliebhaber zu etablieren. Am Sonntag wird um 14 Uhr der erste Rastplatz der Heinz-Sielmann-Stiftung seiner Bestimmung übergeben.

In Neuglienicke steht er bereits. Bänke sind kreisförmig darin angeordnet. Platz bieten sie für 20 bis 25 Personen - je nachdem, wie kuschelig man es haben will.

Lothar Lankow, Projektbetreuer der Sielmannstiftung, sieht man die Freude über diesen wichtigen Schritt zur touristischen Nutzung der Heide sichtlich an. Und stolz ist er auch: Das Holz, das beim Pavillon verarbeitet worden ist, stammt aus der Kyritz-Ruppiner Heide selbst, jenem ehemaligen Truppenübungsplatz, der jetzt nur noch für Naturfreunde und Touristen da sein soll. "Das Dach ist Lärche, ansonsten alles Robinie", sagt Lankow.

Hergestellt worden ist der Pavillon in Kooperation mit der Akademie Seehof in Wittstock. Sie hat dank Arbeitsfördermaßnahmen in einer Werkhalle in der Alten Molkerei in Wittstock die stabilen und geräumigen Pavillons gestaltet. Ebenso sind die Rahmen für Infotafeln gebaut worden. Die Schilder selbst lassen laut Lankow aber noch auf sich warten. Sie werden wohl erst in einer Woche kommen.

Dass dennoch die feierliche Übergabe der Pavillons an die öffentliche Nutzung am Sonntag erfolgt hat seinen Grund darin, dass sich ein Fernsehteam angesagt hat. Es will, so Lankow, einen Film drehen nach fünf Jahren friedlicher Nutzung der Heide - auch über die Vergangenheit, den langjährigen und letztlich erfolgreichen Kampf gegen die Wiederaufnahme von Truppen- und Luftschießübungen über dem Areal. Ein Team vom Hagebaumarkt in Wittstock hat sich schon angemeldet, um vom Pavillon aus auf den Kremser aufzuspringen und eine Tour in die Heide zu machen: "Da werden viele Leute fürs Fernsehen da sein", so Lankow. Willkommen ist aber auch jeder andere Besucher. Ein weiterer Kremser wird auch breit stehen - für den Fall, dass einzelne Gäste auch Lust bekommen auf einen Ausflug in die Heide.

Die Ausflugssaison beginnt eigentlich erst Mitte August mit der Blüte von Calluna und Erica, den typischen Pflanzen der offenen Landschaft. "Aber wir bieten ab jetzt schon Fahrten an für große, geschlossene Gruppen", so Lankow. Der Zauber des naturbelassenen, weiten Landes sei auch jetzt schon eindrucksvoll - davon ist er überzeugt. Die Pavillons sind dann dazu da, dass die Besucher Schutz suchen können - vor Regen oder zu praller Sonne. In der Mehrzahl spricht Lankow das Wort aus, weil es bei dem Holzbauwerk in Neuglienicke nicht bleiben wird. Ein weiterer Pavillon gleicher Bauart wird noch in diesem Jahr in Pfalzheim, nördlich von Rägelin aufgestellt. Beide bilden dann, je nach Perspektive, Anfangs- beziehungsweise Endpunkt jenes Weges, der über die Kremserangebote für die Touristen erschlossen wird.

Noch immer ist es so, dass ein Sprengstoffexperte die Fahrten begleiten muss. Doch es wird, wie es aussieht, die letzte Saison sein, in der das so ist. Im September und Oktober soll ein Unternehmen den Weg so beräumt haben, dass er von den Behörden noch vor der Heidesaison 2015 für die Öffentlichkeit frei gegeben würde. Entlang dieser Strecke sollen dann weitere, Schatten und Schauerschutz bietende Pavillons errichtet werden. "Sieben Stück sind schon fertig", sagt Lankow. Mehr als nur das i-Tüpfelchen soll der Aussichtsturm werden - "barrierefrei", wie Lankow betont. "Ich bin jedenfalls guter Hoffnung, dass wir das auch noch hinkriegen."

Fest im Blick hat die Heinz-Sielmann-Stiftung jedenfalls schon geführte Wanderungen unter thematischen Apsekten. Schmetterlings- und vogelkundliche oder auch Fledermaus-Wanderungen - vieles ist möglich und nicht zuletzt von der Stiftung gewollt. "Unser Ziel ist es ja, die Menschen wieder an die Natur heranzuführen", sagt Lankow. Gerade Großstädter staunen, was sich alles so entdecken lässt. Insofern hat es sich auch für die Berliner gelohnt, sich den Protestzügen damals gegen das Bombodrom angeschlossen zu haben. Auch und vielleicht gerade für sie hat sich der Ausflugshorizont enorm erweitert. Und die Heide zieht: Die Besucherzahlen haben trotz der noch gültigen Restriktionen wegen der Munitionsverseuchung von 2011 bis 2013 Jahr für Jahr verdoppelt - von anfangs 200 auf 400 und 800 Kremserfahrer im vorigem Jahr.

Der erste grüne Heide-Rastplatz mit Pavillon wird am Sonntag, 18.Mai, gegen 14 Uhr auf dem Gelände des Kleinen Waldcafés eröffnet. Kutschunternehmen, die Heide-Ausflüge anbieten, sind Fourmont aus Wallitz, (0174) 8082666, Pokropa aus Wallitz (0174) 6666332, Stelly aus Storbeck (0175) 8980422 und Strache in Stendenitz (0171) 1707727. Zur Heideblüte vom 20.August bis 20.September gibt es regelmäßige Fahrten mittwochs bis sonntags ab 10.30 Uhr, an den Wochenendtagen auch ab 14.30 Uhr.

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