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Kaiser Wilhelm auf der Streuobstwiese Ketzür

Philip Rißling / 21.05.2014, 13:20 Uhr
Ketzür (MZV) Kaiser Wilhelm, Gubener Warraschke, Rewena, Krügers Dickstiel und Rheinischer Bohnapfel, sind unter anderem die überwiegenden Apfelbaumsorten auf der am vergangenen Samstag neu eröffneten Streuobstwiese inNeben einigen Birnen und Quitten sind diese alten, regionalen Sorten der Hauptbestandteil des mit 177 Obstbäumen neu bepflanzten circa 1,6 Hektar großen Areals von Landbesitzer Kai Brass. Zuvor standen in diesem Bereich fünf alte Schweineställe, diese wurden von der Flächenagentur Brandenburg GmbH entfernt und die Streuobstwiese als Ausgleichsfläche für Baumaßnahmen mit Bodenversiegelung andernorts angelegt.

Eine Streuobstwiese ist nicht mit einer monokulturellen modernen Obstplantage zu vergleichen. Obstplantagen sind auf hohen Erntemengen mit möglichst wenig Aufwendungen ausgelegt und mit fast ausschließlich niederstämmigen Obstbäumen bepflanzt. Eine Streuobstwiese ist nicht, wie der Name es im ersten Moment vermuten lässt, wild bewachsen. Auch in Ketzür stehen die Bäume und hochstammige Gehölze in Reihen mit einem Abstand von circa 12 Metern, jedoch steht hier die Artenvielfalt im Vordergrund. Auf der Streuobstwiese Ketzür wurden alte heimische Sorten gepflanzt, die heute nur noch selten zu finden sind, da sie neuen Züchtungen mit höherer Wirtschaftlichkeit für den Obstbau weichen mussten.

Eine im Süden angrenzende Wildhecke soll Bienen noch vor der Baumblüte anlocken und Schafe den grünen Aufwuchs um die Obstbäume abweiden.

Zur offiziellen Einweihung der Streuobstwiese Ketzür verteilten die Veranstalter kostenlose Fruchtsäfte aus der eigenen Mosterei, stellten leckeren selbstgemachten Kuchen und auch Herzhaftes für die Besucher zur Selbstbedienung bereit. Mit den kleinen Hobby-Schützen wurde in einer ruhigen Ecke das Bogenschießen geübt. Für Kai Brass ist die naturbezogene Maßnahme in zweier Hinsicht ein Grund zur Freude. Neben dem ökologischen Betrachtungspunkt wird Brass auch Vorteile bei der Ernte der Früchte haben. 2006 eröffntete der Töpfermeister mit seiner damaligen Lebensgefährtin Linde Rosenmüller eine Mosterei, die einzige im Umkreis von etwa 40 Kilometern. Die abgeernteten Früchte werden später in dieser Mosterei zu Säften verarbeitet und sollen sich laut Brass zu einer starken regionalen Marke entwickeln.

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