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Erste Besenwirtschaft in Welsow eröffnet Himmelfahrt die Saison / Obstwein aus Früchten einheimischer Gärten

Flüssiges Gold vom Wegesrand

Erfrischung pur: Wirtin Herta Bentlage begrüßt die ersten Gäste in ihrer Obstweinschenke in Welsow.
Erfrischung pur: Wirtin Herta Bentlage begrüßt die ersten Gäste in ihrer Obstweinschenke in Welsow. © Foto: MOZ/Daniela Windolff
Daniela Windolff / 28.05.2014, 06:40 Uhr
Welsow (MOZ) Die erste Besenwirtschaft der Uckermark eröffnet zu Himmelfahrt in Welsow ihre Saison. Wirtin Herta Bentlage zapft für ihre Gäste selbstgemachten Obstwein aus selbstgeernteten heimischen Früchten an. Saft von Johannisbeeren, Erdbeeren, Pfirsichen, Äpfeln, Schlehen, Mirabellen, Quitten blubbern in den Weinballons in ihrer Obstweinschänke am Töpferberg 21. Auch Sekt aus Holunderblüten ist angesetzt. "Überall an Feldwegen und Streuobstwiesen reift das sonnenverwöhnte Gold der Uckermark und wartet nur darauf, geerntet zu werden", sagt die findige Unternehmerin, die im vergangenen Sommer mit ihrer Idee einer Besenwirtschaft beim Wettbewerb "Neulandgewinner" der Robert-Bosch-Stiftung als Siegerin gekürt wurde. Die Idee aus Welsow überzeugte wohl deshalb, weil Menschen vor Ort aus eigenem Antrieb etwas für das Dorf bewegen wollen. "Ich wollte eine kleine saisonale Besenwirtschaft nach süddeutschem Vorbild mit eigenem Weinausschank aufbauen, wo sich die Dorfbewohner treffen und sich selbst einbringen können, arbeitslose Frauen sich nützlich machen und etwas hinzuverdienen können, wo Touristen absteigen und hausgemachte Kleinigkeiten kosten können und wo sich andere Dörfer Anregungen und Hilfe holen, um etwas Ähnliches bei sich aufzubauen", erklärt die 53-jährige studierte Biologin ihre Idee. Dorfbewohner bringen Früchte aus dem Garten vorbei, die Herta Bentlage zu Most, Wein oder Likör veredelt. Nachbarsfrauen backen Kuchen, Gut Kerkow liefert hausgemachte Wurst und die Milchmädels aus Ziethen Ziegenkäse für den kleinen Imbiss.

Eine Idee geht noch nicht richtig auf: die Einbindung arbeitsloser Landfrauen. "Welsow ist ein tolles Dorf. Hier haben fast alle Arbeit und genug zu tun. Das macht es für mich schwierig, Dorfbewohner aktiv einzubinden", sagt Herta Bentlage. Die Obstweinschänke ist keine Gastronomie, sondern ein kleines Saisongeschäft, das ausschließlich einheimische und selbstgemachte Erzeugnisse anbieten darf. Als frischgebackener Nationalpark-Partner serviert Herta Bentlage neuerdings einen Nationalpark-Teller.

Inzwischen hat Herta Bentlage auch ihre Leidenschaft für Bienen entdeckt und ersten Bienenhonig geerntet. Künftig wird auch Met auf der Getränkekarte stehen. Für die Dorfbewohner ist die Schänke in einer ausgebauten alten Scheune ein Treffpunkt, wo sie rustikal und gemütlich zusammen klönen können.

Zunehmend entdecken auch Wanderer und Radfahrer das idyllische Kleinod am Dorfrand, wo Enten und Katzen um die Beine der Gäste streifen und ein Froschkonzert gratis erklingt.

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