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Grabenmitte birgt die Wahrheit

sklingbeil / 14.02.2010, 07:47 Uhr
Meyenburg () "Muss man immer erst mit dem Anwalt drohen, bis endlich etwas passiert", fragt sich Helga Habermann. Die Meyenburgerin und ihr Mann Jürgen wohnen seit 1970 an der Landesstraße 284, die voriges Jahr teilsaniert wurde. Die Eheleute hadern noch heute mit den Folgen der Bauarbeiten. Denn bei der kombinierten Maßnahme an der Ortsdurchfahrt wurde auch eine Straßenentwässerung mit Sandfang "Am Hohen Graben" gebaut.

"Wir hatten keine Ahnung, dass dort gebaut werden soll", so Helga Habermann. "Plötzlich standen Leute auf unserem Grundstück, haben gebuddelt und einfach so den Grenzstein versetzt." Die alte Grenze lag etwa in der Mitte des Hohen Grabens. Auf der rund 50 Quadratmeter großen Fläche zwischen dem Zaun der Habermanns und der Grenzmarke hätten Bauarbeiter ein "sieben Meter tiefes Loch" gegraben.

Dabei ist auch der Zaun abgerutscht. Die Bauarbeiter hätten ihn nach einer Beschwerde beim Ingenieurbüro Straßen und Tiefbau Uwe Knuth nur provisorisch zusammen geflickt. Erst nach erneuter Beschwerde sei der Zaun ordentlich aufgestellt worden.

Die Markierung aber steht bis heute nicht wieder am alten Platz. Fast ein halbes Jahr nach Ende der Bauarbeiten hatte Habermann "die Schnauze voll" und forderte auf der jüngsten Gemeinderatssitzung die Herstellung des ursprünglichen Zustands. "Im Bauamt Oder-Welse hat man mich immer wieder vertröstet", sagte er und kündigte rechtliche Schritte an.

Bei Knuth hatte er bereits seinen Ärger im April 2009 vorgetragen. Denn Habermanns Flurkarte von 1993 zeigt deutlich, wo die Grenze verläuft. "Es kann sein, dass die Entwässerungsanlage jetzt teilweise auf seinem Grundstück liegt", sagt Knuth. "Aber wir haben uns nach der aktuellen automatischen Liegenschaftskataster-Karte gerichtet."

Deshalb schlug das Ingenieurbüro damals vor, eine Grenzfeststellung durchzuführen. Die steht bis heute aus. "Der zuständige Landesbetrieb hatte 2009 kein Geld mehr dafür, aber das Amt Oder-Welse geht nun in Vorkasse", so Knuth. Es kommt Bewegung in die Sache. "Für nächste Woche wurde eine Grenzfeststellung in Auftrag gegeben", sagt die stellvertretende Amtsdirektorin Manja Schulz. "Unstimmigkeiten mit den Karten sind bekannt", sagt sie. So habe es beim Schloss Landin Abweichungen im Meter-Bereich gegeben. Das Amt versuche aber, die Karten anzupassen.

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