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In Klein-Ziethen öffneten Katja Döpke und Asmus Franke ihr Eigenheim für den Tag der Architektur

Ein Bauprojekt fürs Leben

Durchdacht gestaltet: Verschiedene Blickachsen verbinden nicht nur die einzelnen Räume im von Katja Döpke entworfenen Haus, sondern auch Innen und Außen sowie Oben und Unten.
Durchdacht gestaltet: Verschiedene Blickachsen verbinden nicht nur die einzelnen Räume im von Katja Döpke entworfenen Haus, sondern auch Innen und Außen sowie Oben und Unten. © Foto: MZV
Kristin Hoell / 29.06.2014, 23:30 Uhr
Klein-Ziethen (MZV) Am Wochenende hat die Brandenburgische Architektenkammer erneut zum Tag der Architektur eingeladen. In Klein-Ziethen öffneten die Bauherren Katja Döpke und Asmus Franke die Eingangstür zu ihrem luftig und modern gestalteten Einfamilienhaus.

Katja Döpke ist nicht nur Bauherrin, sondern auch Architektin des Projekts. 2011 konnten sie und ihr Mann nach langer Planungsphase und rund einjähriger Bauzeit einziehen. Von außen wirkt das Gebäude schlicht, ein dunkel gehaltener, fast quadratischer Kubus. Er trägt die Handschrift eines zeitgenössischen Zugangs zur Architektur. In einem Dorf wie Klein-Ziethen, wo das Haus am Kremmener Weg steht, polarisiert solch modernes Aussehen, berichtete Hausherr Franke am Sonntagnachmittag von seinen Erfahrungen mit seinen neuen, alteingesessenen Nachbarn. Jenen Neugierigen, die gern von außen Blicke auf das Haus mit den großen Glasfronten werfen, wollte Katja Döpke gern einmal die Tür öffnen. Dazu bot sich der Tag der Architektur an. Nur einmal darf jedes Objekt dabei vorgestellt werden, ein Auswahlprozess muss durchlaufen werden, um die Qualität der teilnehmenden Projekte sicherzustellen.

Das Haus des Oberkrämer Ehepaars, das aus einer 60-Quadratmeter-Wohnung in Berlin in ihr Eigenheim mit einer Wohnfläche von 185 Quadratmetern auf dem Land zog, überzeugte die zahlreichen Besucher, die im Laufe des Nachmittags akribisch jeden Winkel der offen gestalteten Innenräume erforschten. "In unserem nächsten Leben machen wir unser Haus auch so", raunte eine ältere Besucherin ihrem ebenso von der Gestaltung begeisterten Mann zu.

Katja Döpkes Entwurf und dessen Ausgestaltung bestechen durch eine reduzierte Formensprache, die dem Haus Ruhe und Klarheit gibt. Inspirieren ließ sich die Architektin bei der Ausgestaltung von der asiatischen Kultur. Der Boden im Obergeschoss besteht beispielsweise aus gepresstem Faserbambus. Regelmäßige Reisen in ferne Länder und fremde Kulturen bieten dem Ehepaar reichlich Inspirationsquellen. Originelle Fundstücke, Zeichnungen und Bilder zeugen an wohl platzierten Stellen von dieser Reiseleidenschaft und verleihen dem minimalistisch gestalteten, miteinander in offenem Verbund stehenden Wohnräumen menschliche Wärme.

Einen Tipp gab Architektin Döpke den Besuchern, die planen, ein Haus zu bauen, mit auf den Weg: "Am Anfang sollte man alles mitplanen, was man sich für später vorstellen kann, sodass die Option besteht, bestimmte Dinge später noch einzubauen. Wenn dann später das Geld da ist, können die Sachen nach und nach ergänzt werden." Und so ist auch der kompakte Baukörper in Klein Ziethen noch längst nicht fertig, ein Kamin könnte zum Beispiel noch eingebaut oder Schiebetüren nachgerüstet werden, um ein Gästezimmer, das bislang halboffen integriert ist, abzutrennen.

"Das mag ich an unserem Haus am liebsten: Es ist noch nicht fertig, es ist ein Projekt, das fürs ganze Leben reichen muss und maßgeschneidert nach unseren Bedürfnissen gestaltet werden kann", verrät der 44-jährige Bauherr, während er auf den lichtdurchfluteten Wohnraum im Erdgeschoss blickte, in dem sich immer wieder neue Architekturinteressierte umsahen.

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