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Welsower Jungstorch nach misslungenem Flugversuch in der Melchower Tierstation

Kleiner Adebar auf Abwegen

In guten Händen: Der Storch aus Welsow ist in die Tierstation in Melchow gebracht worden. Hier wird er unter anderem von Tierarzthelferin Martina Brandenburg aufgepäppelt.
In guten Händen: Der Storch aus Welsow ist in die Tierstation in Melchow gebracht worden. Hier wird er unter anderem von Tierarzthelferin Martina Brandenburg aufgepäppelt. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kerstin Unger / 04.07.2014, 06:45 Uhr
Welsow (MOZ) Einen ungewöhnlichen Quartiergast hatte Familie Streitner aus Welsow in der Nacht zum Mittwoch. Ein Jungstorch, der nicht wieder zurück in das Nest fand, bekam hier sicheres Asyl, bevor er am nächsten Morgen von Mitarbeitern der Naturwacht abgeholt wurde.

Der Jung-Adebar, noch mit einem schwarzen Schnabel, stolzierte am Dienstagabend auf der Straße vor dem Haus im Bruchhagener Weg umher und wich keinem der hier entlangfahrenden Autos aus. Klaus Streitner, der jedes Jahr die Ankunft der Störche in dem Nest gegenüber seines Hauses beobachten kann, die Aufzucht der Jungtiere und später auch ihren Abflug miterlebt, dachte zuerst, eines der Elterntiere ist auf Futtersuche. "Die Störche laufen oft auf den Wiesen im Ort umher", erzählt er. Doch kurz darauf stand Frank Grünschloss, ein Naturschützer, der auch in Welsow wohnt, vor seiner Tür und fragte, ob man den Jungstorch bei Streitners einsperren könnte. Frank Grünschloss wollte sich darum kümmern, dass das Tier abgeholt wird.

Gemeinsam mit dem Ehepaar Holldorf und Wolfhard Sydow trieben sie den Storch auf den Hof, der dann gemächlich ins Nebengelass der Scheune schritt. Ganz ruhig wartete der gefiederte Geselle hier ab, bis er am nächsten Morgen von den Naturwächtern des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin abgeholt wurde. "Wir haben ihn dann zum Tierarzt Dr. Valentin in die Tierstation Melchow gebracht", berichtete Elfie Laack. Auch Anna Kirsten vom Einstein-Gymnasium, die gerade als Schülerpraktikantin bei der Naturwacht arbeitet, hatte damit ein spannendes Erlebnis. "Der Storch wurde in der Tierstation untersucht. Er wird jetzt dort bleiben und beim Abflug seiner Artgenossen ausgewildert", erklärt Elfie Laack.

Klaus Streitner freut sich, dass der gefiederte gebürtige Welsower in guten Händen ist. Er war einer von einst fünf Geschwistern, erzählt er. "Ein Junges wurde beim Angriff eines anderen Pärchens getötet. Unser Ortsvorsteher Arthur Lemke hat ihn beerdigt. Einer der verbliebenen vier Jungstörche war kleiner als die anderen. Vielleicht war er es, der nach seinen Ausflug nicht wieder zurückfand", meint Klaus Streitner. Möglicherweise wurde es nun im Nest auch schon ganz schön eng und die anderen haben den Schwächsten verdrängt.

Zum Glück ist dem Jungstorch nichts passiert. Er ist munter und fidel. Von seinen Eltern wurde er am Mittwoch dennoch vermisst. "Einer der Altvögel hat nach ihm gesucht, um ihn zu füttern", hat Klaus Streitner beobachtet.

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