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Max Baganz geht für ein Jahr nach Mexiko, um soziale Arbeit zu leisten / Bislang erfolglose Suche nach Sponsoren

Zwischen Kulturschock und Vorfreude

Da geht's hin: Max Baganz freut sich auf sein Abenteuer. Sein Ziel liegt im Süden von Mexiko.
Da geht's hin: Max Baganz freut sich auf sein Abenteuer. Sein Ziel liegt im Süden von Mexiko. © Foto: Heike Hahn
Heike Hahn / 14.07.2014, 20:12 Uhr - Aktualisiert 15.07.2014, 09:37
Streichwitz (MOZ) Max Baganz aus Streichwitz wird ein Jahr lang in einem Land leben, das von extremer Armut und schwierigen Lebensbedingungen geprägt ist. Er will im August nach Mexiko. Dort wird er in einer Organisation arbeiten, die sich um Behinderte kümmert.

"Ich habe das Gefühl, dass ich das einfach machen muss", sagt Max Baganz. Dass er knapp einen Monat vor seiner Abreise in Richtung Mexiko nervös ist, wird wohl jeder nachvollziehen können. In den letzten Wochen hat er viel über sein Ziel gelesen, hat sich in Seminaren weiterbilden lassen und hat auch mit denjenigen gesprochen, die vor ihm dort waren. Und trotzdem scheint er aufgeregt zu sein - aber auch voller Vorfreude und Tatendrang. "Das, was ich im Vorhinein nun schon erfahren habe, hat meine Sicht der Dinge erheblich beeinflusst", erklärt er. Er meint damit seine Vorstellung von dem, was er in Mexiko tun will. Anfangs, als ihm die Idee kam, wollte er unbedingt bei einer Menschenrechtsorganisation der indigenen Völker mitarbeiten. Doch nun wird er in einem anderen Bereich arbeiten. "Man sagte, es würde besser zu mir passen, mich im Sozialen zu engagieren", erklärt er.

"Man" sind Leute, die im Hintergrund arbeiten und die die zahlreichen Freiwilligen auf ihren Auslandseinsatz vorbereiten. Das Programm heißt "weltwärts" und wird vom Bundesentwicklungsministerium teils finanziert und gesteuert. Max Baganz wird mit dem Verein "Welthaus Bielefeld" nach Mexiko gehen. Ein Jahr lang weg von der Familie, irgendwo im mexikanischen Hochland in einer Stadt, die etwa so groß ist wie Potsdam. Dort, in San Cristóbal de las Casas, wird er sich um Kinder und Jugendliche kümmern, die eine körperliche oder geistige Behinderung haben. "In so einer kleineren Organisation hat man die Chance, eigene Ideen zu verwirklichen und sich stärker einzubringen", erzählt der 18-Jährige. Man könne im Büro arbeiten und genauso gut Tage auf dem Feld bei der Maisernte verbringen. Und eben Projekte und Workshops mit den Schützlingen durchführen. All das wird eine riesige Herausforderung, darüber ist sich Max im Klaren. "Die längste Zeit, die ich fern von zu Hause war, war ein Monat", sagt er. Auch soziale Arbeit habe er bisher nicht geleistet. Und genau deshalb denke er, sei die Zeit reif. "Ich möchte unabhängiger und selbstständiger werden", sagt er. Seit der siebten Klasse lernt er Spanisch, und auch vor Ort hat er Möglichkeiten zur sprachlichen Weiterbildung. Ein bisschen Angst machen ihm die exotischen Tiere, wie Spinnen, Skorpione oder Schlangen. "Eine Tropenärztin hat uns eingewiesen, außerdem haben wir alle möglichen Impfungen wie die gegen Tollwut und Hepatitis." Auch über die politische und gesellschaftliche Situation wurden die Freiwilligen ins Bild gesetzt. In dem armen Land komme es immer wieder zu Überfällen, auch gebe es die berüchtigten Drogenkriege. "In meiner Stadt ist es nach Auskunft der Rückkehrer relativ ruhig", so Max. Spannungen gebe es dort aber etwa auch zwischen den meist ärmeren indigenen Bevölkerungsgruppen und den häufig reicheren europäischen Siedlern. Es würden Verdrängungsprozesse stattfinden, die mit sozialer Arbeit aufgefangen werden müssten. Auch gebe es unweit der Stadt Elendsviertel. Dennoch ist sich Max Baganz nach all der Vorbereitung darüber im Klaren, dass er wohl nicht die Welt retten kann. Doch die Unterstützung der dortigen Bevölkerung zur Selbsthilfe motiviere ihn. Zudem möchte er seine Perspektiven wechseln, sich selbst finden. "Mein älterer Bruder ist mein Vorbild, er hat mich sehr unterstützt", erklärt Max dankbar. Wenn es nun noch möglich wäre, ein paar Sponsoren für sein Abenteuer und die mexikanische Organisation zu finden, wäre Max Baganz nicht mehr nur weniger nervös, sondern auch beruhigter. "Es ist sehr schwierig, viele Firmen wollen davon nichts wissen", sagt er enttäuscht. Zu zwei Dritteln werde der Auslandsaufenthalt vom Bundesministerium gefördert, der Rest muss von der Organisation getragen werden. Und da diese sowieso ständig in Geldnot ist, sollen die Freiwilligen Sponsoren finden. "Und zwei Euro im Monat würden schon viel helfen", betont Max.

Wer Max Baganz bei seinem Einsatz in Mexiko unterstützen möchte, kann sich hier informieren: www.welthaus.de und sich bei Max melden: 0174 1335773

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