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Abstimmung über geplanten Mastbetrieb

Mandy Timm / 25.02.2010, 07:16 Uhr
Kiehnwerder () In Kiehnwerder hat sich offiziell eine Bürgerinitiative gegen die geplanten Broilermastställe eines Landwirtes gegründet. Nach Angaben von Christiane Schilling unterstützen bereits zehn Mitstreiter die Initiative. Sie fordern unter anderem eine Verkleinerung und Verschiebung der geplanten Anlage, die, sollte sie tatsächlich gebaut werden, zu einer der größten in Deutschland zählt und in der 2,6 Millionen Tiere pro Jahr aufgezogen werden sollen. Außerdem soll der Mastbetrieb, der insgesamt sechs 100 Meter lange Ställe vorsieht, "wirksam und vernünftig in die Landschaft eingebunden werden". Um das zu erreichen, sei ein mindestens 50 Meter langer Waldgürtel mit hochwachsenden Bäumen erforderlich, so die Akteure. Nicht zuletzt soll so die befürchtete Geruchsbelästigung eingedämmt werden.

Während der jüngsten Beratung der Gemeindevertreter machte Christiane Schilling das Anliegen der Initiative deutlich und bat die Mitglieder darum, ihre Position darzustellen. Schilling betonte, dass sie nicht grundsätzlich gegen Landwirtschaft sei. "Sie gehört zu einem Dorf wie Kiehnwerder dazu. Ich weiß auch, dass Landwirte Strukturveränderungen brauchen, um überleben zu können. Aber Großanlagen, wie sie jetzt bei uns vor der Haustür geplant sind, liegen im Trend. Was passiert aus der Kulturlandschaft, wenn dieser Sog wieder abflaut? Warum kann nicht kleiner gebaut werden?" Die jetzt geplante Anlage in ihrer Dimension übersteige das erträgliche Maß. Der Hof würde statt zu einem Landwirtschafts- zu einem Industriebetrieb heranwachsen. Bedauerlich sei vor allem, dass das gute Verhältnis zu dem Bauern und seiner Familie unter dem Mastvorhaben leide.

Bürgermeister Michael Böttcher sagte während der Sitzung, dass die Bedenken aufgenommen worden seien. Er informierte außerdem darüber, dass Ende Januar ein Treffen der Fraktionsvorsitzenden zu dem Thema stattgefunden habe. Dabei wurden die unterschiedlichen Meinungen deutlich und dass, um sich weiter mit dem Thema beschäftigen zu können, deutliche Signale der Kiehnwerderer nötig seien. Alle Einwohner haben deshalb in den vergangenen Tagen eine Einladung für eine Abstimmung bekommen. Die Infoveranstaltung und Abstimmung finden am kommenden Dienstag, den 2. März, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Kiehnwerder statt. Danach soll das Thema erneut in der Gemeindevertretung diskutiert werden.

Landwirt und Investor Tobias Winnige sagte gestern, dass er an der Abstimmung teilnehmen werde - auch wenn ein Erörterungstermin, bei dem Einwände verschiedener Behörden und Betroffener gehört wurden, längst stattgefunden habe und sich der Bauantrag im Genehmigungsverfahren befinde. Winnige versicherte, dass er die ablehnende Haltung gegen den Bau der Broilermastanlage von betroffenen Familien und Anwohnern sehr gut nachvollziehen könne. Er warb aber gleichzeitig um Verständnis. Letztlich gehe es bei dem Vorhaben auch darum, die eigene Existenz und die seiner Mitarbeiter zu sichern.

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