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Festwoche und Festschrift zum Jubiläum

© Foto: Ulf Grieger
Ines Rath / 10.08.2014, 07:28 Uhr
Wuschewier (MOZ) Das Schul- und Bethaus im Neutrebbiner Ortsteil ist das einzige, in dem es noch ein aktives Gemeindeleben gibt. Anfang September feiern Kirchengemeinde und Förderverein mit vielen Gästen und interessanten Veranstaltungen das 250-jährige Bestehen des Fachwerkbaus.

Ende August soll die Festschrift vorliegen, sagt der Neutrebbiner Pfarrer Arno Leye. Er gehört zu den Autoren der 48-seitigen Schrift. In ihr haben Mitglieder des rührigen Fördervereins für das Schul- und Bethaus in Wuschewier die Geschichte des Oderbruchdorfes und seines besonderen Mehrzweckgebäudes aufgearbeitet: Mit Stefanie Wagner widmet sich zum Beispiel eine beim Landesamt für Denkmalpflege tätige Expertin der Baugeschichte des 1764 erbauten Fachwerkgebäudes, das sich heute in einem guten Zustand präsentiert.

Daran haben viele Freunde und Förderer des Wuschewierer Kleinods eine Aktie - vom einstigen Neutrebbiner Pfarrer Friedrich Adolf Hanke bis zur Reemtsma-Stiftung. Letztere hatte nach der Wende 400 000 Euro für die Sanierung des Schul- und Bethauses gespendet. Insgesamt sind bis 1998 mehr als eine Million Mark in den Erhalt des Oderbruch-typischen Fachwerkbaus und seine Ausstattung, zum Beispiel mit einer Orgel, geflossen.

Hannelore Urbat und Burkhard Baer haben viele Quellen erforscht, um die Geschichte des Dorfes und des Fördervereins darstellen zu können. Arno Leye hat die Kirchen- und Schulgeschichte aufgearbeitet.

Dafür hatte der Neutrebbiner Pfarrer eine gute Grundlage - die Wuschewierer Schulchronik. Die hatte der Lehrer Eduard Patuschka 1873 zu schreiben begonnen. Seine Nachfolger haben die Chronik bis 1959 weitergeführt. Dann endete der Schulbetrieb in Wuschewier.

"Der Himmel setzt die Zeit in Gang", so hat Arno Leye seinen Streifzug durch die Wuschewierer Kirchen- und Schulgeschichte überschrieben. Die hat begonnen, nachdem die Oder 1753 in ihr neues Bett umgeleitet worden war und 1757 der Bau des Straßendorfes Wuschewier begonnen hatte. Für das 1764 errichtete Schul- und Bethaus gab es nachweislich ab 1772 einen Lehrer, der zugleich Küsterdienste übernahm. Die Pfarrdienste hatte bis 1867 der Altfriedländer Pfarrer übernommen. So stammt der erste Eintrag in die Wuschewierer Kirchenchronik vom 19. Februar 1824 - ein Taufeintrag.

Erst im Jahr 1868 war eine eigene Pfarrstelle für Wuschewier eingerichtet worden, die formell bis 1997 existierte, doch schon seit 1921 nicht mehr besetzt war. Schon 1922 war das Pfarrhaus verkauft worden.

Für die Bebilderung der Festschrift, das Layout und die Redaktion zeichnet Sabine Brandenburg verantwortlich.

Für ein interessantes Veranstaltungsangebot zur Festwoche anlässlich des Jubiläums des Schul- und Bethauses haben der Förderverein und die Kirchengemeinde viele Partner gewinnen können - vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg und der Neutrebbiner Interessengemeinschaft Alter Fritz über den Verein "Landblüte" und die Akademie für Landschaftskommunikation bis zur Neutrebbiner Grundschule.

Sie alle werden dafür sorgen, dass in der zweiten Septemberwoche das alte Schul- und Bethaus besonders stark zu neuem Leben erwacht. Wenn Grundschüler dort eine Lesenacht verleben, Interessierte viel über heimische Kräuter erfahren, Obstgärtner Hilmar Schwärzel Tipps zum richtigen Obstbaum-Schnitt gibt, wenn gesungen und musiziert wird, die Orgel beim Festgottesdienst erklingt - dann erfüllt das Schul- und Bethaus seinen ursprünglichen Zweck in vollem Umfang.

Grundlage für die sowohl geistliche als auch weltliche Nutzung des Gebäudes ist eine in den 90-er Jahren zwischen Kommune und Kirchengemeinde geschlossene Nutzungsvereinbarung.

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