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Michael Jungclaus tourt 1111 Kilometer durch Brandenburg / Sonnabend war Station auf dem Gut Hirschaue

Grüner Wahlkampf mit dem Radel

Die Schweine fühlen sich hier sauwohl: Davon konnte sich der Politiker Michael Jungclaus (vorn) überzeugen. Hendrik Staar erklärte dem Besucher die Philosophie des Familienbetriebes.
Die Schweine fühlen sich hier sauwohl: Davon konnte sich der Politiker Michael Jungclaus (vorn) überzeugen. Hendrik Staar erklärte dem Besucher die Philosophie des Familienbetriebes. © Foto: Iris Stoff
Iris Stoff / 18.08.2014, 06:47 Uhr
Birkholz (MOZ) Eine originelle Idee, für sich Wahlkampf zu machen, setzt der Landtagsabgeordnete Michael Jungclaus (Bündnis 90/Die Grünen) derzeit in die Tat um. Auf der "Tour de Brandenburg" will er vom 15. August bis zum 5. September unterwegs sein und dabei eine Strecke von 1111 Kilometern zurücklegen. Der 50-jährige Neuenhagener möchte dabei mit den Menschen ins Gespräch kommen, ihre Sorgen und Nöte kennenlernen und auf die politischen Brennpunkte zu sprechen kommen. Dazu gehören der Lärmschutz am BER, das weitere Abbaggern der Dörfer in der Lausitz oder die industrielle Massentierhaltung. Die Tour führt auf 21 Etappen von Strausberg einmal rund um Brandenburg. An den Wochenenden wird er von seiner Frau Uta begleitet. 43 Termine zu den unterschiedlichsten politischen Themen sind geplant. Sonnabend machten die beiden in Birkholz Station, besuchten den Biobauernhof Gut Hirschaue und informierten sich über die Besonderheiten der ökologischen Wildtierhaltung.

Der Drahtesel des grünen Wahlkampfradlers war passend geschmückt, als er ankam. Vorne prangte das Maskottchen dieser Tour, ein grüner Plüschadler. Und an der Seite seines Rades war der Spruch "Gutes Morgen Brandenburg" zu lesen. Hendrik Staar, der zusammen mit seinem Bruder Michael den Biobauernhof führt, begrüßte die Gäste und lud sie gleich zu einem ausgedehnten Rundgang über das Areal ein. Die Staars bewirtschaften 570 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche nach Bioland-Richtlinien. Davon dienen 185 als Gehegefläche auf der mehr als 1000 Damhirsche, Rothirsche, Mufflons und "Märkische Sattelschweine" nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus gehalten werden. Das Gut Hirschaue ist 2008 sowohl mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau als auch mit dem Brandenburger Naturschutzpreis ausgezeichnet worden. Hier sind 13 Mitarbeiter beschäftigt. Das Gut ist 1992 gegründet worden. In den Jahren darauf wurden 14 000 Bäume und Sträucher gepflanzt, um die Gehegeflächen abzugrenzen, für die Tiere Schatten- und Schutzraum zu schaffen. Was in siebenjähriger Fruchtfolge auf den Feldern angebaut wird (Roggen, Hafer, Mais, Eiweißfrüchte), ist zur Fütterung der Tiere vorgesehen. Zur Kreislaufwirtschaft in Hirschaue gehört auch die eigene Fleischerei und Vermarktung. Es gibt ein Restaurant mit Hofladen. Zudem werden kleine Wiederverkäufer und ein Naturkostgroßhandel beliefert. Damit sind die Produkte aus Hirschaue deutschlandweit im Angebot.

Michael Jungclaus zeigte sich sehr beeindruckt: "Das ist ein gutes Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften, wovon auch die Region profitiert", sagte er. "Das hat schon Leuchtturmcharakter." Seine nächste Station führte den Politiker am Sonntag zu den vom geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord betroffenen Dörfern.

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