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Mitreißende Eröffnung des Blumberger 725-Jahr-Jubiläums mit Gottesdienst und Gospel

Kleines Dorf mit großer Festwoche

In der vollbesetzten Kirche fanden Gottesdienst und Gospelkonzert statt.
In der vollbesetzten Kirche fanden Gottesdienst und Gospelkonzert statt. © Foto: Kathrin Putzbach-Timm
Kathrin Putzbach-Timm / 26.08.2014, 07:50 Uhr
Blumberg (kpt) Bunte Wimpelketten an den Gartenzäunen und phantasievolle Strohfiguren vor den Häusern begrüßen den Besucher des kleinen Dorfes am Rande der nördlichen Uckermark. Auf 725 urkundlich verbriefte Jahre kann der Ort im Randowtal zurückblicken und feiert dieses Jubiläum eine ganze Woche lang.

Den Beginn bildete ein feierlicher Gottesdienst in der Kirche. "Einen schöneren Start einer Festwoche kann ich mir nicht vorstellen", freute sich Pfarrer Sebastian Gabriel und weiß, dass ein solcher Auftakt heutzutage nicht gang und gäbe ist. So erzählt er den 100 Gottesdienstteilnehmern nicht nur vom wechselvollen Auf- und Niedergang seit der ersten Erwähnung im März 1289, der Blumberg über Generationen immer wieder zum Zufluchtsort sowie zur neuen Heimat für Fremde werden ließ. Dreißigjähriger Krieg, schwedisch-brandenburgische Fehde, Hungersnöte und Epidemien sowie die Kampfhandlungen zweier Weltkriege beutelten die Region, aber neue Namen in den Kirchenbüchern ließen Blumberg nie gänzlich sterben, so Gabriel.

Er lobte die heute 281 Einwohner für ihr Bemühen um Lebenskultur und -qualität, erinnerte sie aber auch an die Bedeutung der Kirche als Dorfmitte, als Ort des öffentlichen, dörflichen, politischen und christlichen Lebens. Ab Oktober wird der Pfarrsprengel auch wieder eine eigene Seelsorgerin haben. Pfarrerin Almut Schimkat hielt am Sonntag mit Pastor Gabriel bereits die Fürbitte.

Mit Blumberg und seinem ehemaligen Rittergut über Jahrhunderte untrennbar verbunden ist der Name des Adelsgeschlechtes "von der Osten". Lediglich unterbrochen von der DDR-Zeit, ist die Familie heute wieder Nutzer und Bewahrer des Anwesens und Forstes. Dr. Henning von der Osten war mit Ehefrau, Kindern und Mutter Gast des Festgottesdienstes, der von einem ungewöhnlichen Kirchenchor umrahmt wurde. Die Westend Gospel und Glory Singers aus Eberswalde boten Lobpreis der etwas anderen Art. Die nach dem Stück "I love the Lord" von vielen Zuhörern verspürte und von Pfarrer Gabriel benannte "Gänsehaut" rührte durchaus nicht von der Kühle der Mauern des Gotteshauses aus dem 13. Jahrhundert, sondern aus der kraftvollen Interpretation der Solisten.

Nach einer von Küsterin und Lektorin Johanna Raabe und anderen Helferinnen liebevoll vorbereiteten Kaffeetafel füllte sich die Kirche erneut bis auf den letzten Platz: Die Westend Gospel und Glory Singers luden zum 90-minütigen Konzert, bei dem es letztlich sogar die eher zurückhaltenden Uckermärker nicht mehr auf den Plätzen hielt.

Nach diesem furiosen Auftakt hält die Woche unter anderem eine Kremserfahrt durch den Blumberger Wald (Mittwoch), Diashow und Wildschweinessen am Schloss (Donnerstag), Sport, Spiel und Spaß für Alt und Jung (Freitag) bereit, verrät Ortsvorsteher Peter Preuß. Höhepunkt wird am Sonnabend ein buntes Programm, ehe wiederum ein Gottesdienst inklusive des Glockenjubiläums den krönenden Abschluss bilden.

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