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Waldtraut Miethe geht in den Ruhestand / Viele Frauenprojekte tragen ihre Handschrift

Abschied von einer Institution

Ruth Buder / 09.09.2014, 07:55 Uhr
Giesensdorf (MOZ) Nicht in ihrem angestammten Beeskower Frauenladen wurde Waldtraut Miethe am Montag verabschiedet, sondern im Schloss Giesensdorf. Königlich waren auch die Worte, die die Gäste für sie fanden. Die Begründerin des Beeskower Frauenladens war sehr gerührt.

Nach 23 Jahren Arbeit für den Demokratischen Frauenbund (dfb), im Beeskower Frauenladen und anderen Projekten im Landkreis hat Waldtraut Miethe am Montag offiziell Abschied genommen. Die 63-Jährige geht in den Ruhestand. Im herrlichen grünen Ambiente des Schlosses Giesensdorf - das Wetter erlaubte, draußen zu sitzen - hatten sich über 50 Gäste vorwiegend weiblichen Geschlechts eingefunden.

Ihre Leistungen wurden nicht nur von dfb-Geschäftsführerin Regina Zube gewürdigt, auch der Beeskower Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, eine Persönlichkeit der Stadt zu würdigen. Regina Zube lobte ihren "frauenpolitischen Weitblick", ihre stetige Forderung nach Gleichstellung der Frau. Sechs Projekt-Orte habe Waldtraut Miethe im Landkreis aufgebaut und entwickelt - in Beeskow, Fürstenwalde, Erkner, Eisenhüttenstadt Kossenblatt und Tauche. Trotz Höhen und Tiefen, vor allem wegen der immer fehlenden Finanzen, seien sie aufrechterhalten worden, lobte Regina Zube. Sie erinnerte auch an das "Markenzeichen" des Beeskower Frauenladens, zu dem seit 20 Jahren die Tanzgruppen gehören, die bereits Generationen durchlaufen sind. "Waldtraut, es war eine spannende und aufregende Zeit mit dir", sagte die Geschäftsführerin und überreichte ihr einen dicken Blumenstrauß. Blumen und Geschenke gab es auch von Bürgermeister Frank Steffen und Stadtverordnetenvorsteher Siegfried Busse. "Der Frauenladen in Beeskow ist durch Sie eine Institution geworden", lobte Frank Steffen. Er habe in der Stadt einen wichtigen Stellenwert, denn er richte sich an Frauen, die ihre Partner verloren haben, in schwierigen sozialen Verhältnissen leben, überhaupt an Menschen, die nicht immer im Fokus stünden.

Zwei Sachen hätten Waldtraut Miethe immer am Herzen gelegen: Die Bildung eines Familienbündnisses in Beeskow und die Gründung eines Gleichstellungsbeirates. "Das Familienbündnis haben wir", sagte Steffen. Und dass es noch keinen Gleichstellungsbeirat gebe, läge wohl daran, dass immer gesagt worden sei: "Wir haben ja Waldtraut".

Eine Stunde lang gab es von den Gästen, darunter Frauen aus den Projekten und dem Landtagsabgeordneten Peer Jürgens (Die Linke), nur beste Wünsche, man drückte sich, es floss auch die eine oder andere Träne.

"Ich bin sehr gerührt", gestand Waldtraut Miete. Ihr Wunsch sei es, dass auch künftig Projekte entwickelt werden, die Frauen Hilfe zur Selbsthilfe geben. "Wir müssen uns nicht nur am Leben erhalten, wir müssen wachsen", sagte sie ihren beiden Nachfolgerinnen Myriam Köhler (Koordinatorin für den Landkreis) und Katrin Kaser (Projektleiterin). Wenn mal etwas nicht klappe, dürfe man nicht den Mut verlieren. Sie habe oft vor Wut geweint, aber mit einer gewissen Hartnäckigkeit gehe es immer weiter. "Auch wenn ein Gespräch mal mit einem Nein endet, dann müsst ihr weiter dran bleiben", legte sie den Frauen ans Herz.

Eigentlich wollte Waldtraut Miethe ihr Rentenleben mit ihrem Mann genießen, viel verreisen. Daraus wird zunächst nichts, denn ihr Mann ist krank und benötigt die Hilfe seiner Frau. Aber sie ist optimistisch, dass es wieder aufwärts geht. So war sie immer.

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