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Wolfsspuren bei Lindow gefunden

Hat er seine Route erweitert? Der Wolf soll in Strubensee ein Schaf und in Keller sogar drei gerissen haben. Noch laufen allerdings die Untersuchungen, die ihn als Übeltäter identifizieren sollen.
Hat er seine Route erweitert? Der Wolf soll in Strubensee ein Schaf und in Keller sogar drei gerissen haben. Noch laufen allerdings die Untersuchungen, die ihn als Übeltäter identifizieren sollen. © Foto: MZV/Bandoly
Judith Melzer-Voigt / 13.01.2015, 14:01 Uhr
Strubensee/Keller (MZV) Dass der Wolf sich schon mal in der Gemeinde Temnitzquell rund um Rägelin und Katerbow herumtreibt, ist kein Geheimnis. Da sollten Strubensee und Keller eigentlich weit weg von seinen üblichen Routen sein. Doch genau dort soll der Wolf nun Schafe gerissen haben.

Strubensees Ortsvorsteher Tony Groche hat von den Vorfällen bereits gehört. "Es soll zu 90 Prozent der Wolf gewesen sein. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es ja erst, wenn der Speicheltest ausgewertet wurde", erklärt er. In Strubensee selbst soll vor Weihnachten ein Schaf gerissen worden sein. "Und vor Silvester wurden in Keller nochmal drei Schafe getötet", so Groche.

Robert Franck ist einer der Wolfsbeauftragten des Landes Brandenburg. Der Zechower bestätigt die Vorfälle in Keller und Strubensee. Kurz vor Silvester sei das Schaf in Strubensee gerissen worden. "Der Wolf als Verursacher kann nach dem Rissbild nicht ausgeschlossen werden", so Franck. Das sei auch aufgrund der Masse an Fleisch, das der Angreifer gefressen hat, wahrscheinlich. Das Tier habe sich unter einen Zaun hindurch gebuddelt und habe anschließend das Schaf gerissen.

In der Neujahrsnacht seien schließlich in Keller drei Schafe getötet worden. Auch in diesem Fall entspricht das Rissbild dem, das ein Wolf hinterlassen würde, so der Wolfsbeauftragte. Der Angreifer kam über einen Acker und hat sich einen Weg unter dem Zaun hindurch gegraben. "Wir haben wolfsähnliche Spuren in der Nähe gefunden", so Franck. Diese könnten auch von einem Schäferhund stammen. Allerdings handelt es sich eindeutig um Abdrücke eines größeren, hundeähnlichen Tieres. In Keller wurden laut Frank drei Schafe gerissen. Allerdings ist in diesem Fall kein Fleisch gefressen worden. "Vielleicht ist das Tier gestört worden", vermutet Robert Franck.

Er war in beiden Fällen vor Ort und hat Speichelproben genommen. Diese wurden anschließend zum brandenburgischen Landesumweltministerium geschickt. "Ob sie auswertbar sind, wird sich zeigen", so Franck. Wann genau es ein Ergebnis gibt, kann er nicht sagen. Das könne sich durchaus auch noch etwas hinziehen. Allerdings gilt für Landwirte und Privatpersonen: Kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Wolf der Verursacher war, gibt es auch eine Entschädigung für den Besitzer des getöteten Tieres. Wie hoch diese ist, legt aber nicht Franck selbst, sondern das zuständige Landwirtschaftsministerium fest.

Aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe der Angriffe in Keller und Strubensee rechnet Franck schon damit, dass es sich um ein und denselben Täter handelt. Woher er stammt, wird durch die Speichelprobe geklärt. Vom Tier, das aus der Kyritz-Ruppiner Heide bekannt ist, existieren Vergleichsproben. Es könne aber auch sein, dass der Angreifer aus der Rüthnicker Heide kommt, so Franck.

Bei Rüthnick sei in der jüngeren Vergangenheit auch Damwild gemeldet worden, das wahrscheinlich von einem Wolf gerissen wurde. Das Täterprofil sah - wie bei den jüngsten Vorfällen in Keller und Strubensee - schon sehr nach einem Wolf aus, so Franck. Die Rüthnicker Heide biete sich als Lebensraum für diese Tiere durchaus an. Es handelt sich um ein großes, geschlossenes Waldgebiet. Da sei es denkbar, dass sich dort ein Wolf wohlfühlt. Ob sich aber wirklich ein Rudel dauerhaft vor Ort niederlässt, sei die nächste Frage. Das ist bisher auch nicht in der Kyritz-Ruppiner Heide der Fall.

Es ist laut Franck aber auch möglich, dass der Wolf aus der Kyritz-Ruppiner Heide in Keller und Strubensee zugeschlagen hat. "Das ist für die Tiere keine Entfernung", so der Fachmann. Diese würden auch mal 70 Kilometer in einer Nacht hinter sich bringen. "In Röbel und Bollewick wurde der Wolf aus der Kyritz-Ruppiner Heide ja auch schon mal nachgewiesen", so Franck. Er ruft alle - ob Privatleute oder Jäger - dazu auf, ihm Hinweise zuzusenden, wenn Wolfssichtungen vermutet werden. "Wenn jemand eine Info hat, ist es wichtig, dass wir Bescheid wissen", so Franck. So lassen sich Wege und Entwicklung der Population nachvollziehen. Viele Jäger melden schon ihre Sichtungen. Gut sei es auch, wenn Fotos mitgesandt werden. Robert Franck ist per Telefon unter (01 72) 6 04 83 75 oder per E-Mail unter robert-franck@rhintour.de erreichbar.

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Luise 15.01.2015 - 17:10:30

Wolfsrudel

Das Verhalten eines Wolfsrudels ist schon sehr mit der Pegidabewegung vergleichbar denn die sonst so sozialen und schlauen Tiere spüren genau wenn ihr Revier bedroht wird und wehren sich dann auch gegen diese! Und wenn der Leitwolf dem Rudel auf Dauer schadet , wird er sehr bald verjagt!

Chef de Lupo 15.01.2015 - 10:16:05

sorry

ich meinte natürlich Rückgrat und nicht Rückrad

Chef de Lupo 15.01.2015 - 10:14:23

es ist schon lustig

dass die Qualle da Rückgrad fordert. Man Isenhagen! Wo bitte haben Ihre Hetztiraden gegen den Wolf in fast jedem Kommentar zu diesem Thema jemals Substanz und sachlich fundierte Grundlagen gehabt? Ich bin nicht schwer getroffen sondern schwer genervt von Ihren dummen Angsttiraden gegen den bösen Wolf. Angst hätte ich, wenn Sie zu der Gattung Jäger mit Waffenschein gehören würden, weil verblendete Menschen niemals Zugang zu Waffen haben sollten. Und noch ein Wort an diesen dummen Beitrag von Wolfspegida. Was haben Sie eigentlich geraucht? Ist es Ihnen nicht etwas zu platt, jetzt auch noch in einem Artikel zur Natur Ihren faschistoiden Gedankenmüll unterbringen zu wollen? Bitte lesen Sie sich wenigstens das Programm von Pegida erst mal durch, bevor Sie hier solchen Schwachsinn posten.

Wolfspegida 14.01.2015 - 15:54:47

Keine Angst vorm Wolf !!!

Das der Wolf schon vor uns in Brandenburg heimisch war und nun zurückkehrt ist sein Recht !Er ist nicht illegal hier , wie viele Asylbewerber und die Kosten sind im Vergleich zu " Diesen " echt lächerlich!

Isenhagen 14.01.2015 - 14:01:05

@chef de lupo

Sie müssen schwer getroffen sein durch meinen Beitrag. Nur dann schreit man ja vor Schmerz auf so wie Sie. Freut mich, dass ich die Leute erreiche. Aber bein nächsten mal ein wenig sachlich in der Antwort und nicht ganz ohne Substanz.

Chef de Lupo 14.01.2015 - 11:32:16

@Isenhagen

ist das eigentlich krankhaft bei Ihnen, dass Sie, sobald irgend etwas über den in Deutschland wieder heimisch werdenden Wolf lesen, sich offenbar an Ihre Märchenstunden mit den sieben Geislein und Rotkäppchen erinnern und sich faktisch wie bei einem pawlowschen Reflex über die angebliche Gefährlichkeit des Wolfes auskotzen? Man kümmern Sie sich endlich um Ihre Phobie. Nur weil im Straßenverkehr zigtausend mal mehr Menschen durch andere Menschen und deren Kraftfahrzeuge zu Schaden kommen bzw. sogar getötet werden, kommen Sie doch auch nicht auf die Idee zu fordern den Menschen auszurotten oder ihm sein geliebtes Auto wegzunehmen. Und die sinnlose Steuerverschwendung im Namen des freien Verkehrs z.B für Mautprojekte, sinnlose Brücken u.s.w. kostet mit Sicherheit viele Millionen Euro mehr als eventuelle Fehlplanungen beim Versuch ein hier ehemals heimisches Stück Natur wieder zurückzuholen. Bitte machen Sie eine Therapie und schenken Ihr Exemplar der Grimmschen Märchen dem nächsten Kindergarten.

Armin 14.01.2015 - 10:05:30

Schaden

Isenhagen , in der "Marktwirtschaft" ist auch der Wolf ein Faktor bei der Arbeitsplatzbeschaffung , Umsatzsteigerung , Ablenkung von anderen Problemen usw.

Isenhagen 14.01.2015 - 05:09:45

ja, die Wölfe werden immer teurer

Zäune sind offenbar kein Hindernis. Entschädigungen ohne Ende denn die Schäden gehen ja dauerhaft weiter, werden sich sogar erhöhen. Dann völlig unnütze Reisekosten für die diversen Wolfsbeauftragten und keine Ergebnisse. Und das alles wird dem Steuerzahler aufgeladen ohne ihn zu fragen. Gleichzeitig wird der Wald zu einem Raubtiergehege umfunktioniert. Man glaubt nicht was Menschen in Führungspositionen für dummes Zeug anstellen. Der Görimg musste damals unbedingt Wisente in der Schorfheide halten. Zur DDR-Zeit waren die Staatsjagdgebiete voller Tiere und wurden mit Mais gefüttert damit die Geweihe gewaltig werden. Und heute haben einige eben die Wolfsmacke. Das Volk aber wurde weder damals noch heute gefragt. Es musste immer nur zahlen.

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