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Der Grünefelder Kiessee braucht Wasser

Der Kiessee in Grünefeld: Von Jahr zu Jahr schwindet das Wasser zusehends.
Der Kiessee in Grünefeld: Von Jahr zu Jahr schwindet das Wasser zusehends. © Foto: Lindl
S. Schulz / T. Lindl / 13.04.2015, 17:12 Uhr
Grünefeld (MZV) Neben dem Badeweiher in Schönwalde-Siedlung ist der Kiessee in Grünefeld das einzige Badegewässer der Gemeinde. Trotz gleichbleibend hervorragender Wasserqualität wird das idyllisch gelegene Gewässer von Jahr zu Jahr weniger genutzt, weil der Wasserspiegel stetig sinkt. Die Grünefelder würden das gern ändern.

Im Rahmen ihres aktiven Einsatzes für Energie- und Umweltthemen hatte Dr. Katrin Düring für die SPD-Schönwalde-Glien am Sonntag zu einem Ortstermin eingeladen, um die Bedeutung des Kiessees für die Gemeinde zu unterstreichen und die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs zu veranschaulichen. Zahlreiche Anwohner und Interessierte fanden sich am Treffpunkt ein, um sich die Hintergründe der Problematik erläutern zu lassen und mögliche Lösungswege zu hören.

Der Vortrag des Wasserwirtschaftsexperten Professor Dipl.-Ing. Manfred Heß machte deutlich, dass zu Beginn der 1980er Jahre der hohe Grundwasserspiegel eine deutliche Beeinträchtigung der Landwirtschaft darstellte und die Keller der Grünefelder Wohnhäuser unter Wasser setzte. Um Schaden vom Dorf abzuwenden, wurden Maßnahmen zur Grundwasserabsenkung ergriffen, die auch den gewünschten Erfolg hatten.

Gleichwohl sollte dies aber nicht den Wasserspiegel an der Badestelle des Kiessees betreffen. Vorgesehen waren Wehre, die als Stauköpfe den Abfluss des Wassers in Richtung Havelkanal regulieren sollten. Diese wurden jedoch nie gebaut, so dass inzwischen eine erhebliche Beeinträchtigung für den Kiessee eingetreten ist und dringend Maßnahmen zur Schadensbegrenzung erforderlich sind. Entsprechende Überlegungen konzentrieren sich auf den "Spring" - ein nordöstlich von Grünefeld gelegener Pfuhl, der unter anderem Oberflächenwasser aus landwirtschaftlich genutzten Flächen aufnimmt. Der "Spring" verfügt über eine unterirdische Betonrohrleitung, die auf einer Länge von 375 Metern direkt zum Kiessee führt. Diese wird zwar derzeit nicht genutzt, könnte aber, falls die Rohre in ausreichend gutem Zustand sind, aktiviert werden, um Wasser aus dem "Spring" in den Kiessee zu leiten. Damit wäre kurzfristig eine erste Entlastung zu erreichen. Aus hygienischer Sicht bestünden für diese Vorgehensweise keine Bedenken. Eine längerfristige Maßnahme könnte dann der Bau der damals geplanten Wehre sein.

Beim gemeinsamen Rundgang um den Kiessee wurde noch eine weitere Problematik deutlich. Der Gemeinde Schönwalde-Glien gehört nur ein Teil des Sees - die Badeseite. Der restliche Bereich gehört zu einem Waldstück, das demnächst zwangsversteigert wird. "Wer das kauft, muss mit hohen Sanierungskosten rechnen - hier gibt es jede Menge alte Zäune, Stacheldraht, Betonteile und andere Unwegsamkeiten", gibt Olaf Radzik (SPD), Ortsvorsteher des Ortsbeirats Grünefeld, zu bedenken.

Auf dieser Seite des Sees wächst der Schilfgürtel immer mehr zu und verwandelt den Kiessee langsam in ein Biotop. Weil sich schon eine dicke Schlammschicht am Boden des Gewässers gebildet hat, liegt die Wassertiefe nur mehr bei rund 50 Zentimetern. Wenn hier nicht bald etwas geschieht, könnte der Ortsteil Grünefeld demnächst eine touristische Attraktivität weniger besitzen.

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