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90 Jahre alt und immer noch spritzig

Nasse Angelegenheit: Beim Stadtausscheid der Beeskower Feuerwehren und deren Freunde ging es zuweilen recht feucht zu.  Das Bild zeigt Heiko Dietrich und Wilfried Schmidt beim Löschangriff nass.
Nasse Angelegenheit: Beim Stadtausscheid der Beeskower Feuerwehren und deren Freunde ging es zuweilen recht feucht zu. Das Bild zeigt Heiko Dietrich und Wilfried Schmidt beim Löschangriff nass. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Jörg Kühl / 10.05.2015, 20:02 Uhr - Aktualisiert 12.05.2015, 12:38
Radinkendorf (MOZ) Die Radinkendorfer Ortswehr hat am Sonnabend ihr 90-jähriges bestehen geeiert. Aus diesem Anlass wurde im Ort der Beeskower Stadtausscheid durchgeführt. Ortswehrführer Rico Weißbach kündigte die Gründung einer Jugendwehr an.

Ein erhabenes Bild: Die Radinkendofer Ortswehr, gekleidet im Ausgeh-Dress, dahinter die Feuerwehrkapelle der polnischen Partnerstadt Sulecin, dann alle Ortswehren der Feuerwehr Beeskow und Gäste. Dahinter der gesamte Fahrzeugpark der dazugehörigen Wehren, der hupend und blinkend durch den Ort rollt. An der Spitze des Trosses ein Gegenstand, der das Dramenthema "Niedergang und Wiederaufstieg" wie kein anderer verkörpert: Die Traditionsfahne der Radinkendorfer Ortswehr. Jene Fahne, die der damalige Stadtbrandmeister Bernd Giersch vor fünf Jahren aus dem Gerätehaus nahm, und damit das Aus der Ortswehr besiegelte. Vorangegangen waren Meinungsverschiedenheiten über den Stand der Ausbildung der Radinkendorfer Feuerwehrleute. Im Zuge des Streits hatten einige der Floriansjünger entnervt der Ortswehr den Rücken gekehrt. Eine Zeitlang oblag es dem örtlichen Feuerwehrverein, die Tradition im Ort aufrechtzuerhalten. Doch bereits ein Jahr später, im Jahr 2011, konnte der neue Beeskower Stadtbrandmeister Alexander Voigt wieder die volle Einsatzbereitschaft der Radinkendorfer verkünden.

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Als der Tross auf dem Festplatz eintrifft, kreist das Storchenpaar, das vom Lärm des Umzugs aufgeschreckt worden war, über den Köpfen der Festgesellschaft. "Unsere Störche leisten ganze Arbeit", freuen sich Anna Schulze und Juliane Ludwig. Beide jungen Frauen tragen Kugelbäuchlein vor sich her, beide sind im neunten Monat. Überhaupt sieht man in Radinkendorf viele Kinder umherwuseln. Mit ein Grund, warum Rico Weißbach, seit 2011 Ortswehrführer, eine Jugendwehr eröffnen will. "Die Neuendorfer haben uns es vorgemacht, nun wollen wir alles dran setzen, es ihnen gleichzutun", so der 38-Jährige.

Alle Redner gehen auf die Wiederauferstehung der Ortswehr ein. "Aus dieser Tiefe seid ihr sehr gut rausgekommen!",lobt Voigt. "Durch das Tal durch und nach vorne!, findet Karsten Schwebe ein ähnliches Bild. "Wenn jetzt noch eine Jugendwehr entsteht, dann kann uns das stolz machen!", so der stellvertretende Kreisbrandmeister. "Der 85. war ja leider aus den bekannten Gründen ausgefallen, um so glücklicher bin ich, dass wir heute hier den 90. feiern können", kommentiert Ortsvorsteher Geryt Danilewski. Die Feuerwehr und der Feuerwehrverein seien wichtige "Problemlöser" im Dorf, auf die man nicht verzichten könne.

Nach den Reden starten die Wettkämpfe im Löschangriff nass. Dass die Radinkendorfer Männermannschaft am Ende die Nase vorn hat, passt ins Gesamtbild dieser Veranstaltung.

Rosemarie Krüger strahlt über das ganze Gesicht. Im Jahr 1972 eingetreten, zählt sie zu den dienstältesten Feuerwehrmitgliedern in dem nördlichsten Beeskower Ortsteil. Ihr Großvater Hermann Ebertus hatte die Ortswehr mitbegründet, war deren zweiter Wehrleiter. In den Adern der ganzen Familie fließt seitdem Feuerwehrblut. "Ich hoffe, dass meine Enkelkinder Dominik (12) und Maja(3) in unsere neue Jugendwehr eintreten werden", so die Radinkendorferin.

Derzeit umfasst die Radinkendorfer Ortswehr 18 Aktive, darunter vier Frauen sowie zwei Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung.

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