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Biberdamm am Heiligen See zerstört

Sven Klamann / 11.06.2015, 04:45 Uhr
Sandkrug (MOZ) Am Auslauf des Großen Heiligen Sees bei Sandkrug haben Unbekannte am Wochenende einen Biberdamm zerstört und somit den Pegel des Sees um etwa 40 Zentimeter abgesenkt. "Die Zerstörung des Dammes um diese Jahreszeit ist besonders tragisch für den See und auch für die Wasserqualität an der Badestelle. An den nun trockenen flachen Uferpartien werden jetzt Nährstoffe aus dem Schlamm freigesetzt, die die  Wasserqualität erheblich beeinträchtigen können. Wir gehen davon aus, dass dem Täter diese Zusammenhänge gar nicht bewusst sind", kommentiert Andreas Reichling, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Barnim, der jetzt Anzeigen bei Polizei und Untere Naturschutzbehörde vorbereitet.

Anwohnern sei am Sonnabend aufgefallen, dass der Pegel des Sees stark gesunken war. Sie hätten daraufhin den Nabu informiert, teilt Andreas Reichling mit. Über den Täter könne nur spekuliert werden, nur wenige Nutzer dürften überhaupt Interesse an einer Absenkung des Sees haben.

Dabei hätten die Maßnahmen des Nabu zur Verbesserung der Wasserqualität schon deutlich Wirkung gezeigt. So war der See im Sommer 2013 so klar wie vor der industriellen Entenmast, die in den Jahren zwischen 1960 und 1970 die Wasserqualität so verschlechterte, dass noch lange nach der Wende jeden Sommer die Gefahr von Blaualgenbildung bestand.

Der Nabu Brandenburg hatte den See im Jahr 2009 erworben und sich um ein naturverträgliches Nutzungskonzept bemüht. Dabei wurden alle Akteure und Nutzer vor Ort einbezogen. Der Biber hatte das Ökosystem des Sees schon ab 2006 entscheidend beeinflusst. Viele Bäume am Ufer starben in Folge des höheren Wasserstandes ab und machten Platz für Schilf und Unterwasserpflanzen. So wurden Nährstoffe gebunden und das Wasser klarer.

"Ich hoffe, dass wir derartige Umweltfrevel in Zukunft mit den Anwohnern verhindern können", betont Friedhelm Schmitz-Jersch, Vorsitzender des Naturschutzbundes Brandenburg.

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