Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bodenordnung an der alten Kreisgrenze

Typische Flurstückssituation bei Neu Schaumburg: Wege und Gräben führen über private Grundstücke und zerschneiden diese. An anderer Stelle verläuft das ehemalige Wegeflurstück und ist heute als Acker genutzt.Foto: Landesamt für Ländliche Entwicklung, Land
Typische Flurstückssituation bei Neu Schaumburg: Wege und Gräben führen über private Grundstücke und zerschneiden diese. An anderer Stelle verläuft das ehemalige Wegeflurstück und ist heute als Acker genutzt.Foto: Landesamt für Ländliche Entwicklung, Land © Foto: Ramona morgenstern
Ulf Grieger / 14.06.2015, 05:13 Uhr
Bleyen-Genschmar (MOZ) Das Flurbereinigungsverfahren Bleyen-Genschmar ist gestartet worden. Auf einer Fläche von 2071 ha werden Grundstücke der Gemarkungen Genschmar, Bleyen und Gorgast neu geordnet. Die 255 Eigentümer der Fläche bilden die Teilnehmergemeinschaft. Im Gebiet bewirtschaften 17 Landwirtschaftsbetriebe? 910 Flurstücke.

Der Sinn von Flurbereinigungsverfahren wird schlagartig klar, wenn man wie im nebenstehenden Luftbild von Neu Schaumburg die Flurstücksgrenzen über das Foto legt. Der wichtigste Weg, der einmal die Grundstücke erschlossen hatte, ist zu DDR-Zeiten im Zuge der Komplexmelioration übergepflügt worden. Wichtige Gewässer, wie der Studenten- oder der Norkgraben sind in viele kleine Flurstückchen zerteilt. "In den Vorarbeiten zum Verfahren wurde ermittelt, dass 17 Kilometer Wege und 22 Kilometer Graben über nicht öffentlichen Grund und Boden führen", informierte Ramona Morgenstern nach der Eröffnungsveranstaltung des Verfahrens Bleyen-Genschmar im Küstrin-Kietzer Kulturhaus. Die Mitarbeiterin des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung ist zuständig für Fach- und Rechtsfragen der Flurbereinigung. In der Oderbruchregion ist sie den Landeigentümern, Flächennutzern und Kommunalvertretern bereits durch zahlreiche erfolgreich abgeschlossene Verfahren bekannt. Wie vorher bereits in Reitwein, Hathenow, Golzow oder Sachsendorf sollen auch in diesem Verfahren die Grundstücke so geordnet werden, dass Wege und Gräben als separate Flurstücke ausgewiesen werden. Die Schäden, die an den Grundstücken durch das Anlegen von Wegen und Gräben im Rahmen der Intensivierung der Landwirtschaft zur DDR-Zeit entstanden waren, sollen beseitigt werden. Laut Voruntersuchung sind 118 Gründstücke von ländlichen Wegen und Gräben zerschnitten. Im Rahmen der Flurneuordnung erfolgt die Erschließung der Grundstücke durch Wege. Derzeit sind 41 Prozent der Flächen nicht oder rechtlich nicht erschlossen. Gründe dafür sind, dass alte Wege überpflügt wurden und heute als Ackerland genutzt werden. Andere wiederum führen über Privatland und sind zum Teil gar nicht öffentlich gewidmet.

Durch Neuordnung der Grundstücke sollen Bewirtschaftungsschwierigkeiten gemindert werden. Beispielsweise können so Pflugtauschvereinbarungen reduziert werden. Weitere Ziele der Flurneuordnung sind die Zusammenlegung von Flurstücken und die Entwicklung des Verfahrensgebietes, das bis vor 70 Jahren noch die Grenze zwischen den alten Kreisen Königsberg-Neumark und Lebuser Land gebildet hatte.

Zur Durchführung all dieser Aufgaben hat die Teilnehmergemeinschaft einen Vorstand bestimmt, der die Geschäfte führt. Der Vorstand berät zur Wertermittlung der Grundstücke, wobei hier die landwirtschaftliche Ertragsfähigkeit der Flächen als Grundlage für die Neuordnung der Grundstücke in der Feldlage betrachtet wird. Der Vorstand plant die Neugestaltung des Verfahrensgebietes hinsichtlich Durchführung von Wegebauvorhaben oder landschaftsgestaltenden Anlagen wie Gewässerrandstreifen. Er fasst Beschlüsse zu allen finanziellen Belangen der Teilnehmergemeinschaft.

Von den 70 Gästen der Eröffnungsveranstaltung waren 58 wahlberechtigt, wobei Erbengemeinschaften oder Ehepaare als ein Wahlberechtigter gelten. Die Kandidaten hatten sich den Teilnehmern vorgestellt, dann wurden acht Vorstandsmitglieder gewählt sowie deren Stellvertreter. Im Vorstand arbeiten Enrico Höhne, Bernhard Katzwinkel, Udo Kutzke, Manfred Wercham, Volker Wendland, Uwe Peltz, Dirk Hundertmark und Ulrike Mosebach. Als? stellvertretende Vorstandsmitglieder arbeiten Axel Hulitschke, Wolfgang Neumann, Harald Engel, Enrico Krüger, Roswitha Waschk, Astrid Grünkorn, Christoph Denecke und Heidelore Schulz. Fachvorstandsmitglied des Landesamts für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung ist Ramona Morgenstern.

Die Flurbereinigungsverfahren im Oderbruch werden fortgeführt. So auch für das benachbarte Gebiet der Feldlage von Zechin und teilweise von Sophienthal/Sydowswiese. "Hier ist für den Herbst diesen Jahres eine Informationsveranstaltung der Eigentümer geplant", informierte Ramona Morgenstern. "Weitere geplante Flurneuordnungsverfahren, für die in diesem Jahr mit den Voruntersuchungen begonnen wird, sind die Bereiche der Feldlage Letschin-Kienitz und Neutrebbin."

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG