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Ein Hoch auf die Freundschaft

Gut Schlauch: Ein mehr als symbolisches Band der Freundschaft unterstreicht die enge Zusammenarbeit der beiden Partnergemeinden, besonders wenn es um die Feuerwehren geht.
Gut Schlauch: Ein mehr als symbolisches Band der Freundschaft unterstreicht die enge Zusammenarbeit der beiden Partnergemeinden, besonders wenn es um die Feuerwehren geht. © Foto: Christina Schmidt
Christina Schmidt / 15.06.2015, 06:48 Uhr
Sandkrug/Chorin (MOZ) Freundschaft ist ein Geschenk. Eines, für das man selbst immer wieder etwas tun muss. Und das haben die Sandkruger wahrlich getan. Ein Vierteljahrhundert währt die Freundschaft zwischen den Einwohnern der 280-Seelen-Gemeinde im Barnim mit denen aus dem niedersächsischen Sandkrug-Hatten.

Eine Partnerschaft, die von gegenseitigem Respekt und Achtung, vor allem aber durch innige Zuneigung geprägt ist. Das alles ist zu spüren bei den Feierlichkeiten, zu denen die 34 Sandkruger aus dem Westen Deutschlands am Wochenende in den Osten gekommen sind. Vor allem die Feuerwehrleute, nicht bekannt für übermäßige Gefühlsbekundungen, herzen sich gegenseitig, nehmen sich in die Arme, klopfen sich auf die Schultern. Da machen auch die Jungen, die am Anfang der Freundschaft noch gar nicht auf der Welt waren, keine Ausnahme. "Es ist ein herzliches Verhältnis, wir haben uns gleich verstanden. Es ist so, als wäre man gar nicht von zu Hause weg", erzählt Marten Dölling. "Ich habe viel gehört vorher und es stimmt, die Chemie stimmt", ergänzt der 18-jährige Kersten Backhus, der zum Jubiläum das erste Mal mit von der Partie ist. Mark Seemann, bereits seit fünf Jahren regelmäßig zu Gast im östlichen Sandkrug, betont: "Wir verstehen uns einfach. Es geht nicht nur ums Feiern, sondern um die Gemeinschaft." Auch Markus Wolski aus dem hiesigen Sandkrug spürt die engen Bande mit den Gleichaltrigen aus Niedersachsen. "Es gibt absolut keine Barrieren zwischen uns. Keine Frage, wir tragen die Tradition weiter", sagt der 29-jährige Feuerwehrmann.

Stolz macht das vor allem die Männer, die die Freundschaft vor 25 Jahren ins Leben riefen. Gerd-Siegfried Diers, damals Ortsbrandmeister, und der damalige Bürgermeister von Sandkrug-Hatten. Beide erinnern sich noch sehr genau, als die Namensvetter aus dem Osten im Januar 1990 vor der Tür standen. "Wir haben gleich gemerkt, das passt zwischen uns", erinnert sich das einstige Stadtoberhaupt. Berührungsängste gab es nicht, die Leidenschaft für die Feuerwehr, der gleiche Name, das verband auf den ersten Blick und bildete die Grundlage für viele Jahre enger Verbundenheit, die mit den Jahren inniger und persönlicher wurde. Freundschaften entwickelten sich, Urlaube wurden gemeinsam verbracht und auch so manche knifflige Situation in Politik und Verwaltung miteinander beraten. Von der "Euphorie der Wende" spricht Udo Roeschert aus Sandkrug im Barnim, der gemeinsam mit Gerhard Gietz, Erhard Knissel und Günter Kolbe den Antrittsbesuch vor einem Vierteljahrhundert absolvierte. Und davon, dass es bereits Ende der 1950er-Jahre Bestrebungen gab, eine Partnerschaft zwischen Ost und West anzubahnen. Weil es im ersten Versuch nicht klappte, regte sein Vater Hermann Roeschert im November 1989 die Kontaktaufnahme mit dem Namensvetter an. Aus der anfängliche Hilfesuche bei der Neuorientierung im Westen aber sei unerwartet viel mehr geworden: Eine echte Freundschaft. Besiegelt wurde die am Festwochenende übrigens auch symbolisch: Am Sonnabend fuhren die Sandkruger nach Berlin, wo sie auf der Sandkrugbrücke noch einmal ihre Verbindung beschworen.

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