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Reise in die künstlerische Vergangenheit

Zwischen Realismus und Abstraktion: Otto Schack zeigt die Ausstellung im Dachgeschoss. In der Hand hält er einen Siebdruck mit dem Titel "Blaue Fahrt" aus dem Jahr 1999.Fotos (2): MOZ/Wiebke Wollek
Zwischen Realismus und Abstraktion: Otto Schack zeigt die Ausstellung im Dachgeschoss. In der Hand hält er einen Siebdruck mit dem Titel "Blaue Fahrt" aus dem Jahr 1999.Fotos (2): MOZ/Wiebke Wollek © Foto: MOZ/Wiebke Wollek
Wiebke Wollek / 23.06.2015, 04:50 Uhr
Ackermannshof (MOZ) Am 17. Juni wäre der Maler Philipp Schack 48 Jahre alt geworden. Seine Eltern haben die Dauerausstellung auf ihrem Künstlerhof nun um Werke aus der Jugend und Kindheit erweitert. Im neuen "Philipp-Schack-Zentrum" werden über 100 Malereien ausgestellt.

Links neben der Tür steht das Bett, dahinter ein Regal mit Kinderbüchern. Der alte Röhrenfernseher funktioniert noch, das Sofa gegenüber sieht gemütlich aus. In den Räumen unterm Dach seines 1812 errichteten Elternhauses in Ackermannshof arbeitete der Maler Philipp Schack, wenn er dem Trubel der Metropole Berlin entfliehen wollte. Als aufstrebender junger Künstler lebte er in der Hauptstadt und eröffnete noch während seines Studiums an der Kunsthochschule Weißensee seine erste eigene Ausstellung. Da war der Maler 27 Jahre alt. Nur zwölf Jahre später verstarb der Künstler bei einem Unfall.

"Er ist früh gestorben, aber hinterlässt ein großes Lebenswerk", sagt sein Vater Otto Schack, der zusammen mit seiner Frau den Nachlass verwaltet. Seit 2011 gibt es im Haus der Schacks eine Dauerausstellung mit 60 Werken des Künstlers, darunter Siebdrucke, Malergrafiken, Aquarelle, Keramik und Holzschnitte. Die Bilder zeigen sowohl Landschaften als auch Figuren, auch Aktmalerei und mehrere Selbstporträts. Die Werke in der Dauerausstellung auf dem Künstlerhof seiner Eltern stammen alle aus der Zeit nach 1994, dem Jahr, in dem der Maler sein Diplom bekam. Doch Philipp Schack liebte die Kunst von klein auf. "Er hat schon als Kind gerne gemalt", erinnert sich sein Vater. Als Jugendlicher und junger Erwachsener fand er immer mehr seinen eigenen Stil. Viele dieser Werke liegen im Haus seiner Eltern, sind aber nie der Öffentlichkeit gezeigt worden. "Es sind mindestens 50 Bilder", sagt Otto Schack. Das soll sich nun ändern. Im Zuge der Erweiterung der Ausstellung gründet das Künstlerehepaar gerade ein "Philipp-Schack-Zentrum", das sowohl Kunstwissenschaftler als auch Laien Einblicke in das Leben und Schaffen des Malers gewährt. Die Werke sollen nicht verkauft, können aber wie in einer Artothek entliehen werden - entweder für Ausstellungen oder Privathaushalte, sagt Otto Schack.

Seine zahlreichen Werke bewegen sich zwischen Realismus und Abstraktion. Über seine Kunst sagte Philipp Schack im Jahr 1998: "Reine Abstraktion interessiert mich nicht, vielmehr sind es die Bereiche dazwischen, in denen ich mich bewege, wobei ich auf der Suche bin nach Figurationen, die nicht selten jenseits der geschlechtlichen Polarität liegen, im Graben zwischen Realität und Fiktion."

Auch wenn er sich von klein auf fürs Malen begeistern konnte, wollte Philipp Schack zunächst nicht in die Fußstapfen seiner Eltern, beide Künstler, treten. "Er hatte früher mit dem Gedanken gespielt, Arzt zu werden", erzählt sein Vater.

Um herauszufinden, ob die Kunst das Richtige für ihn ist, absolvierte Philipp Schack bereits in der Abiturzeit ein Abendstudium an der Kunsthochschule Weißensee. Dann wollte er zum Diplomstudium am liebsten nach Halle zur Burg Giebichenstein Kunsthochschule. "Die schöne Natur an der Saale und die alte Ritterburg haben ihn fasziniert.Schließlich entschied er sich aber doch wieder für Berlin und die Kunsthochschule Weißensee. Ganz zu Beginn seines Malerei-Studiums fiel die Mauer. Philipp Schack knüpfte viele Kontakte und hatte das Glück, noch vor dem Abschluss in die Galerie Leo.Coppi aufgenommen zu werden. "Das hat seinen Bekanntheitsgrad erhöht", sagt Otto Schack.

Weil das Dachgeschoss des alten Gutshauses in Zukunft zu klein werden könnte, um alle Werke auszustellen, denkt Otto Schack über einen Ausbau der Scheune auf dem Hof nach.

Anmeldung zum Besuch der Ausstellung unter Tel. 033451 60612.

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