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Jubilarin aus Streichwitz denkt an ihrem Geburtstag vor allem an andere

Spende statt Blumenstrauß

Große Geburtstagsrunde: Siegrid Schulze (2. Reihe rechts) aus Streichwitz feierte ihren 80. Geburtstag im Kreis von Familie und Freunden. Auch Enkelin Hannah (1. Reihe) war dabei.
Große Geburtstagsrunde: Siegrid Schulze (2. Reihe rechts) aus Streichwitz feierte ihren 80. Geburtstag im Kreis von Familie und Freunden. Auch Enkelin Hannah (1. Reihe) war dabei. © Foto: Kerstin Brunk
Kerstin Brunk / 30.06.2015, 07:09 Uhr
Streichwitz (MOZ) Im Juni wurde Siegrid Schulze 80 Jahre alt. Obwohl sie das Feiern in ihrem langen, arbeitsreichen Leben nicht gewohnt war, entschied sie sich, für ein Fest im Kreise fast der ganzen Familie, mit Verwandten, Nachbarn, Freunden und Bekannten. Sie wollte gern alle um sich haben. Schwiegertochter, Sohn und Tochter haben ein schönes Fest organisiert.

Geschenke wollte Siegrid Schulze allerdings nicht haben. Aber weil sich die Gäste das Schenken ja nicht nehmen lassen, hatte sie eine andere Idee. Sie bat um Spenden. Spenden, die sie dann an all die Einrichtungen verteilte, die einst ihrer Familie durch eine schwere Zeit geholfen hatten.

Denn mit knapp drei Jahren musste der jüngsten Enkelin Hannah Brunk - ein eigentlich aufgeweckter Nachzügler - aufgrund unklarer Ursache eine Leber transplantiert werden. Ein ganz schlimmes Jahr 2010 mit wiederholter Transplantation und Chemotherapie folgte.

Der einzige Trost während dieser Zeit war, dass man Hannah schnell helfen konnte - dank der Medizin und damaligen Organspendebereitschaft. Die ist heute aber aufgrund des Organspendeskandals so stark zurückgegangenen, dass Organe häufig nicht mehr in der nötigen Zeit transplantiert werden können. Kinder wie Hannah und andere Menschen müssen deshalb sterben.

Dem Mädchen geht es inzwischen den Umständen entsprechend gut. Ihr Leben wird nie mehr ganz normal sein, aber ihre Eltern und Oma Siegrid Schulze versuchen, es so normal wie möglich zu gestalten. Sie danken aus tiefstem Herzen den Organspendern und ihren Familien sowie den Ärzten und dem Pflegepersonal insbesondere der Medizinischen Hochschule Hannover. Heute besucht Hannah die Katholische Grundschule für alle am Stift Neuzelle.

Zum Dank, dass es der kleinen Enkelin heute so geht, wie es ihr geht und sie und andere betroffene Kinder in Notsituationen und im Alltag weiterhin eine gute Versorgung und Betreuung erfahren können, sollte nun gespendet werden. Die Gäste haben das Anliegen von Frau Schulze überwiegend gut verstanden.

Über 800 Euro können nun an den Billy Rubin Förderverein Kindergastroenterologie Medizinische Hochschule Hannover, an den Förderverein der katholischen Schule für alle Neuzelle und an das Ronald McDonald Elternhaus Cottbus übergeben werden. Die Familie hofft nun, dass die Idee Nachahmer findet und die Bereitschaft zur Organspende wieder steigt.

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