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Flitterwochen mit Esel

Das Hamburger Pärchen Caro und Klaus Landmesser aus Hamburg verbringen ihre Flitterwochen auf einer Eselwanderung durch die Uckermark.
Das Hamburger Pärchen Caro und Klaus Landmesser aus Hamburg verbringen ihre Flitterwochen auf einer Eselwanderung durch die Uckermark. © Foto: MOZ/Daniela Windolff
Daniela Windolff / 05.07.2015, 08:00 Uhr
Welsow (MOZ) Die einen verbringen ihre Flitterwochen auf den Malediven, die anderen turteln in Paris. Ein frischvermähltes Hamburger Pärchen hat sich für diese Zeit der Zweisamkeit etwas Ungewöhnliches ausgewählt: Eselwandern durch die Uckermark.

Nur noch raus aus den Wanderschuhen, die Esel striegeln, ein Plausch mit den Gastgebern beim kühlen Bier und ab ins Federbett. Caro und Klaus Landmesser schlafen in diesen Tagen so tief und entspannt wie nie zuvor. Das liegt nicht nur an der Glückseligkeit eines frisch verheirateten Paares. Die jungen Hamburger durchwandern zu Fuß die Uckermark, begleitet von zwei treuen, ruhigen Eseln. Das ist Traumurlaub für Flitterwochen für die beiden Großstädter.

"Ich liebe Esel und wir wollten raus in die Natur", hat Caro Landmesser eine einfache Erklärung parat. "Angebote für Eselwandern kennen wir überwiegend aus dem Ausland, aus Spanien oder Österreich. Wir haben gegoogelt und sind dabei zufällig auf die Uckermark gestoßen. Also warum weit weg, wenn es das auch in der Nähe gibt?"

Ahnungslos und neugierig reiste das Pärchen nach Flieth bei Gerswalde und stürzte sich in das große Abenteuer. Das Unternehmen Celine Caravan hat sich auf Naturwanderurlaub spezialisiert und bietet seit einigen Jahren auch Trekkingtouren mit Eseln an.

Die Hamburger Gäste machen sich nach einer kurzen Einweisung, ausgestattet mit umfangreichem Informations- und Kartenmaterial über die Wanderroute und die Unterwegs-Gastgeber mit Esmeralda und Olivia auf den Weg ins Unbekannte. "Wir waren noch nie in der Uckermark und sind vom ersten Tag an völlig verzaubert. Die Landschaft ist traumhaft", schwärmen die Urlauber. Um Wanderroute und Quartiersuche müssen sie sich nicht kümmern. Das wurde alles liebevoll vorbereitet. Ihr Gepäck tragen die Esel auf speziellen Tragegestellen. Futter für die Tiere gibt es reichlich am Wegesrand. "Sie wären nur am Fressen und würden sich kaum fortbewegen, wenn wir nicht in die Trickkiste greifen", sagen Caro und Klaus.

Erste Lektion der Tour: Wer mit Eseln wandert, braucht viel Ruhe und Geduld. "Man kann zerren und schieben, wenn sie nicht wollen, laufen sie nicht. Deshalb ist das oberste Gebot, selbst ganz ruhig zu bleiben, damit sich die Ungeduld nicht auf die Tiere überträgt. Man muss sich auf die Tiere einlassen. Das entschleunigt ungemein", erzählt das Pärchen von ihren ersten Erfahrungen als Eselführer. Wir haben sie nicht an jedem Löwenzahnblatt knappern lassen, sondern konsequent immer erst nach eineinhalb Stunden 20 Minuten eine Pause gemacht, wo sie in Ruhe grasen konnten. Esel sind sehr schlau. Sie lernten schnell, dass es Fresspausen gibt."

Doch nicht nur der Umgang mit den wuscheligen Tieren mit den großen, sanften Knopfaugen fasziniert Caro und Klaus Langmesser. Es ist auch die urige Landschaft mit ihren besonderen Menschen. Die Route führt von Flieth über Kaakstedt, Gerswalde, Berkenlatten, Neu Temmen, Peetzig, Welsow bis Biesenbrow. "Wir laufen manchmal acht Stunden, ohne einem einzigen Menschen zu begegnen. Für uns ist das faszinierend", staunt Klaus Landmesser. Auch die Stille mussten die Großstädter erst hören lernen. "Man merkt dann erst, wie laut eigentlich die Stadt ist mit ihrem permanenten Geräuschpegel."

Jeden Abend kehren sie in einer anderen Herberge ein, im Gesindehaus Neu Temmen, im Straußenhof Berkenlatten, im Gasthaus "Zum Kirschbaum" in Peetzig, an der Obstweinschänke am Froschteich in Welsow oder der Kleinen Schäferei in Biesenbrow. "Wir haben tolle Gastgeber kennengelernt. Man ist so nah am Wesentlichen, an der Natur, den Tieren, an Menschen und auch an uns selbst."

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