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Ein Kräftemessen der Allrounder

Stark in allen Disziplinen: Steffen Klatte kam nach 15:19 Minuten als einer der Ersten aus dem Dranser See.
Stark in allen Disziplinen: Steffen Klatte kam nach 15:19 Minuten als einer der Ersten aus dem Dranser See. © Foto: MZV
Immanuel Feigel / 12.08.2015, 19:36 Uhr
Schweinrich (RA) "Ich schwamm, ich radelte, ich lief." Das wären vermutlich die Worte von Julius Caesar gewesen, hätte er am 7. Eichenfelder Triathlon teilgenommen. Ganz so wortkarg dürfte es bei den 87 Sportlern nicht zugehen, wenn sie im familiären Rahmen in diesen Tagen die Qualen zusammenfassen.

Los ging es am Sonnabend mit leichter Verspätung, weil der veranstaltende Dorfverein auf die Polizei wartete, die den Radfahrkurs absicherte. Gegen 10.15 Uhr gab es dann den Start im Schweinricher See, von dort aus über unter anderem Dranse und Berlinchen mit dem Rad nach Eichenfelde, wo abschließend noch ein Lauf in der Wittstocker Heide anstand.

Beinahe exakt mit den ersten Kraulbewegungen stoppte der Regen, sodass alle Teilnehmer prächtige Wettkampfbedingungen hatten - sehr zur Freude von Thomas Behrendt, der mit etwa 45 Helfern den Triathlon organisierte und zugleich selbst startete: "Das Wetter war deutlich besser als letztes Jahr, als wir noch einen starken Sturm hatten."

Neun Einzelstarter und fünf Staffeln absolvierten die olympische Distanz über 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Fahrradfahren und schließlich zehn Kilometer Laufen. In der Jedermann-Distanz, bei der 750 Meter Schwimmen, 21 Kilometer Fahrradfahren und ein sechs Kilometer langer Lauf zu bewältigen waren, traten 13 Staffeln und 28 Einzelkämpfer an. Insgesamt waren damit 87 Athleten aktiv, unter ihnen hauptsächlich Freizeitsportler. Die Sportler kamen zum großen Teil aus der Region, einige nahmen aber auch weitere Anfahrtswege wie aus Berlin, Hamburg, dem Spreewald oder sogar Bayern auf sich.

In der olympischen Staffel lieferten sich das Tri Team Eichenfelde und das Tri Team Neuruppin I einen Kampf um jede Sekunde. Im letzten Jahr konnten sich die Eichenfelder noch durchsetzen, diesmal hatten die Fontanestädter die Nase vorn. Claus Mohrmann, Radfahrer in der Eichenfelder Staffel, über das Ergebnis: "Unsere Endzeit war schneller als letztes Jahr, aber die anderen waren halt besser. Neuruppin hatte einen Schwimmer, der zur deutschen Spitze im Triathlon zählt." Er meint Martin Trost, der vier Minuten eher aus dem Wasser kam als Johanna Solf.

Dieser Zeitunterschied am Anfang waren entscheidend und nicht mehr aufzuholen. Mohrmann freut sich schon auf das nächste Duell, denn wenn die Neuruppiner "einen nicht ganz so guten Schwimmer mitbringen wie dieses Mal. Dann sind wir immer in Schlagdistanz." Zum Neuruppiner Team zählten Martin Trost, Jan Greve, Gunnar Kroll, für den Zweiten brachte Thomas Drößler seine Staffel ins Ziel.

Eine Premiere hatte dieser Triathlon auch: Zum ersten Mal gab es einen Athleten mit Handicap: Phil Eichblatt, der durch eine Sauerstoffunterversorgung bei der Geburt eine Cerebralparese hat, startete mit seinen Eltern in einer Staffel über die Jedermann-Distanz. Er fuhr mit dem Fahrrad, Vater Mirko schwamm und Mutter Nicole war die Schlussläuferin. Für Phil war es der erste Wettkampf in seinem Leben. Ihm bedeutet das Radfahren "ganz viel", erklärten seine stolzen Eltern. "Es gibt ihm Unabhängigkeit, Freiheit und Geschwindigkeit. Das Auspowern, was er sonst im Alltag nicht hat, tut ihm sehr gut." Phil begleitet seinen Vater mit dem Rad, wenn dieser zum Beispiel für einen Marathon trainiert. Der Spaß am Sport war dem Jungen besonders anzusehen, als auch er bei der Siegerehrung zu seiner Überraschung einen Pokal überreicht bekam und über beide Ohren strahlte. Nicht ausgeschlossen, dass die Hamburger Familie im nächsten Jahr wieder am Eichenfelder Triathlon teilnimmt. Bis dahin will der Eichenfelder Dorfverein noch "kleine Probleme mit der Zeitnahme verbessern", so Thomas Behrendt.

Olympische Distanz: 1. Rene Müller 2:16:11, 2. Steffen Rada 2:19:39, 3. Helmut Solf 2:22:38

Staffel, Olympische Distanz: 1. Martin Trost/Jan Greve/Gunnar Kroll 2:11:18, 2. Johanna Solf/Claus Mohrmann/Thomas Drößler 2:15:12, 3. Bernd Schlünsen/Thorsten Christ/Ulli Kergel 2:28:01

Jedermann, Frauen: 1. Diana Rada 1:30:45, 2. Kerstin Janke 1:36:09, 3. Julia Behrendt 1:40:14

Jedermann, Männer: 1. Steffen Klatte 1:17:01, 2. Mario Loskant 1:20:33, 3. Ulrich Herzberg 1:23:11

Staffel: 1. Olaf Lange/Stefan Zock 1:17:09, 2. Thomas Hinz/Beate Hinz 1:22:42, 3. Hauke Hansen/Torsten Kröcher/Tim Grahlmann 1:25:54

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