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Am Friedrichsauer Richtgraben lädt Kirstin Gericke Wanderer zum Verweilen und Kosten ein

Kräuterspirale am Sanssouci

Im Teegarten am Eingang zum Sanssouci: Kirstin Gericke hat auf der ehemaligen Streuobstwiese der Zuckerfabrik Friedrichsaue einen Kräutergarten angelegt.
Im Teegarten am Eingang zum Sanssouci: Kirstin Gericke hat auf der ehemaligen Streuobstwiese der Zuckerfabrik Friedrichsaue einen Kräutergarten angelegt. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 20.08.2015, 07:27 Uhr
Friedrichsaue (MOZ) Friedrichsaue ist um eine Attraktion reicher. Kirstin Gericke, Erzieherin, Hobby-Landwirtin und Ortsvorsteherin des Zechiner Ortsteiles, erweckt den Obstgarten der alten Zuckerfabriksmeister zu neuem Leben. In ihren Kräutergarten können die Sanssouci-Wanderer bereits einkehren.

Als die MOZ vor zwei Jahren zu einer Wanderung durch das Sanssouci-Wäldchen eingeladen hatte, war am Beginn des Wanderwegs noch nichts von dem verborgenen Schatz zu sehen, der jetzt zu Tage gekommen ist. Friedrichsaues Dorfmuseumsleiter Helmut Hulitschke hatte zwar davon berichtet, dass einst auf den Hinterlassenschaften der 1851 gegründeten Zuckerfabrik, die bis 1916 an der Bahnhofstraße stand, Obstgärten angelegt worden waren. Doch das ließ sich damals nur erahnen.

Heute leuchten die Früchte der freigelegten alten Birnen- und Apfelbäume wieder über dem Areal, das Kirstin Gericke auch mit Hilfe der Firma Finger aus Manschnow vom Wildwuchs befreit hat. Bunte Fähnchen winken den Wanderern, die auf dem im Zuge der Bodenneuordnung kommunal gewordenen Sanssouci-Weg entlang kommen, ein herzliches "Willkommen" entgegen.

Wer dem Ruf folgt, kommt zu einer großen Kräuterspirale mit einer Vielzahl duftender und blühender Heil- und Teepflanzen. Weiße Schildchen weisen auf den Namen hin. "Ich möchte noch Faltblätter machen, um mehr zu den Pflanzen zu sagen", sagt Kirstin Gericke. Sie habe sich mit dem Teegarten einen Traum erfüllt.

Dass sie ihn so schnell umgesetzte, das lag zum Teil auch daran, dass die Jugendweihefeier ihrer Tochter anstand und somit ein Ort für die Feier gebraucht wurde. "Das hat vieles beschleunigt", erzählt sie. So gibt es bereits oberhalb der Kräuterbeete einfache Sitzgelegenheiten und sogar eine Ökotoilette. Die meisten Pflanzen, die die Besucher am Kräuterteegarten sehen, kann man auch auf dem Biohof erwerben, den Kirstin Gericke mit Valentin Kätzl für die solidarische Landwirtschaft "Ackerbande" betreibt. Einige der Pflanzen bereichern auch die Erntekisten der etwa 30 Mitglieder der Gemeinschaft, die zumeist in Frankfurt wohnen.

Doch das Verkaufen und Verteilen ist weniger das Anliegen von Kirstin Gericke. Sie möchte in den kommenden Jahren ihren Garten "Zum Kräutertee" zu einem Veranstaltungsraum machen, in dem sie Seminare vor allem für andere Erzieher und Pädagogen veranstalten kann. "Das ist ja mein eigentliches Metier", sagt sie.

Was nichts von der Faszination nimmt, die für sie wie für alle Gartenfreunde von einem Kräutergarten ausgeht. Nicht weniger als 22 verschiedene Minzesorten gedeihen dort. Die Geschmacksrichtungen reichen von Schoko über Erdbeere bis After Eight. Sieben Basilikumsorten, sechs Salbeisorten - insgesamt wachsen 30 Teesorten in den aufgehäufelten Spiralbeeten. Fenchel und Baumspinat sind zu entdecken. "Meine Lieblingspflanze aber ist die wilde Karde, die unter anderem auch gegen Borreliose helfen kann", sagt Kirstin Gericke. Im Mittelalter wurden Zubereitungen aus der Wurzel der Karde äußerlich bei Schrunden und Warzen verwendet. Die Pflanze, die bis zu 1,50 Meter hoch werden kann, ist ein ökologisches Wunder. Nach Regen sammelt sich in den Trichtern der Stängelblätter das Wasser, das Vögel oder Wanderer trinken können.

Kontakt: "Zum Kräutertee" auf Facebook oder Telefon 033473 90744

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