Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Seminar für Interessierte zum Saisonausklang in der Welsower Obstweinschenke

Quittensaft selbst gemacht

Kerstin Unger / 20.10.2015, 05:45 Uhr
Welsow (MOZ) Seit zwei Jahren öffnet Herta Bentlage ihre Obstweinschenke in Welsow, wenn sich Besucher anmelden. Hier gibt es selbstgepresste Säfte, Obstwein, Marmelade und Gelee. Am Wochenende wurden mit Besuchern Quitten verarbeitet.

Eigentlich wollte Herta Bentlage am Sonnabendnachmittag den Gästen ihres Workshops zeigen, wie Äpfel vom Baum in die Flasche kommen. "Aber die Äpfel sind in diesem Jahr schon durch", sagte sie. Dafür wurde Quittensaft zubereitet.

Für viele ist das eine recht unbekannte Obstsorte. Quitten sehen aus wie Äpfel, sind aber härter, trockener und haben einen strengeren Geschmack. Die Welsowerin hat die reifen Herbstfrüchte von einem Bekannten geholt. Manche Obstssorten, die sie für ihre Obstweinschenke verarbeitet, wachsen bei ihr im Garten hinter dem Haus.

Die Besucher, auf die sie an beiden Wochenend-Tagen gehofft hatte, ließen auf sich warten. "Im Sommer war hier mehr los. Vor allem Kinder sind gerne auf den Hof gekommen", erzählt die Gastgeberin. So richtig ist ihr Neulandgewinner-Projekt, das von der Bosch-Stiftung unterstützt und vom Modellvorhaben LandZukunft gefördert wurde noch nicht ins Laufen gekommen. Herta Bentlage wollte in ihre Obstweinschenke für vorbeikommende Wanderer locken und vor allem Städten alte Handarbeit wieder erlebbar machen. Generationen sowie Touristen und Einheimische wollte sie an einen Tisch bekommen. Doch so richtig floriert das Geschäft nicht. "Die Berliner haben mich hier noch nicht entdeckt", sagt sie. Dabei seien ihre Präsentationen im vorigen Jahr in Berlin sehr vielversprechend gewesen.

Aber Sabine und Erwin Arndt aus Schwedt fanden am Sonnabend zu ihr nach Welsow und interessierten sich für die Mostzubereitung. Gemeinsam mit Herta Bentlage und ihrem Lebensgefährten Hermann Hummer begann die Prozedur mit dem Waschen und Zerschneiden der Quitten. Dann kamen die Früchte in einen eigens dafür umgerüsteten Schredder. Die Schnitzel sahen aus wie Sägespäne. Die Gäste durften schon mal schätzen, wie viel Saft am Ende herauskommt und verschätzten sich ziemlich. "Quitten sind ziemlich trocken und hart, aber sehr saftig", sagte Herta Bentlage. Die Quittenschnitzel wurden in einen Bettbezug gefüllt. Gepresst wurden sie mittels Wasserdruck. Dazu wurde eine Gummiblase in die Mitte der Füllung platziert und mit Wasser befüllt. Per Manometer wurde der Druck an der vom Vater selbst konstruierten und gebauten Entsafterstation kontrolliert.

Der Saft strömte aus dem Metallbehälter in einen Ring und von dort aus durch ein Loch in den Eimer. Das Resultat wurde anschließend probiert. Es war köstlich, aber etwas pelzig und herb, befanden die Helfer. Bevor er bei 80 Grad sterilisiert und in Flaschen abgefüllt wird, kommen Zucker oder Honig dazu.

Die Saison der Obstweinschenke ist nun vorbei. Im nächsten Jahr will die Welsowerin weiter an der Umsetzung ihrer Vision arbeiten. Dazu tauscht sie sich auch mit weiteren "Neulandgewinnern" aus. "Ich werfe die Flinte nicht so schnell ins Korn", sagt Herta Bentlage. Sie wird am Sonnabend mit ihren Spezialitäten bei der regionalen Messe "KulinariUM" an den Ubs. dabei sein und auch beim diesjährigen Schwedter Stollenmarkt.

Kontakt: 0172 3058889

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG